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Ansichtskarten

Vertrocknete Blätter verdecken den Dreck an meinen Schuhen. Längst vergessene Erinnerungen trommeln gegen mein Herz. Mag die Melodie. Die Forderungen. Die Sonne streift meine Schultern. Stützt und reißt mich langsam empor. Vergangenes wird mich immer begleiten. Momentaufnahmen an jeder Ecke – verschwimmen mit neuen Erlebnissen. Ich schaue gerade aus – so gut das geht. Freue mich auf die Zukunft. Auf neue Gefühle, Gedanken und Geschehnisse. Man hat keine Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen. Nur zu reagieren. 

Das Leben ist wie eine Reise ohne vordefinierten Pfad. Sie verändert sich ständig und bringt dich an die entlegensten Orte deiner Gefühlswelt. Jeden Moment speicherst du in dir. Und das ist gut so. Denn eines Tages bleiben dir nur noch die Ansichtskarten, welche dir deine Seele vor Augen führt…

Hallo IBM Studio Hamburg

Die letzten Wochen war es hier sehr ruhig. Kaum Zeit um Durchzuatmen, denn es gab viel zu tun. Seit über einem halben Jahr haben wir unser Büro umgestaltet. Wände eingerissen und neu gezogen. Möbel, Fernseher und meterweise Whiteboards aufgestellt. Gemeinsam haben wir ein IBM Studio in Hamburg aufgebaut, für das ich als Projektleiter zuständig war. Anfang Dezember öffneten wir offiziell die Pforten und haben nun eine Arbeitsumgebung, welche die Zusammenarbeit zwischen Designern, Entwicklern, Business Analysten und unseren Kunden intensiviert. Doch schaut euch gerne das zugehörige Video an 🙂

So finde ich erst jetzt wieder die Ruhe um das Jahr ausklingen zu lassen. Genau wie letztes Jahr hat sich viel bewegt. Ich sprang zwischen Wien, Stuttgart, Mainz und Hamburg. Musste meine Grenzen kennenlernen und durfte anderen beim Austesten der Eigenen helfen. Später werde ich zum letzten Mal in diesem Jahr meinen Koffer packen – Heimatbesuch. Den ganzen Trubel in Hamburg lassen und im Süden die Familie sehen, viel schlafen/essen/lesen. 

Habt eine schöne Weihnachtszeit. Schaltet den Kopf aus. Zieht euch die Decke über beide Ohren. Wir haben es uns verdient 🙂

Wie man Feuermonster besiegt

Sonntag Nachmittag. Die Wohnungstür einer Hamburger Vorortswohnung öffnet sich und ein Strahlen empfängt mich. Die nächsten zwei Stunden gehören meinem Patenkind – worüber sich nicht nur er freut.

Seit einem halben Jahr lerne ich, wie Feuermonster besiegt werden. Dass Kapitäne sehr gefährliche Leben haben, Minigolf überall gespielt werden kann und Mitschüler noch heute die selben Beschimpfungen verwenden. Schrottberge werden zu Schatztruhen. Wartezeiten zu Momenten, in denen Träume verraten werden. Ich bin Mutmacher bei Zeit für Zukunft, einem Hamburger Verein der Kinder und Erwachsene zusammenbringt. Denn auch wenn sie oft nicht so viel Glück hatten wie Andere, sollen die 6- bis 16-Jährigen erwachsene Freunde zum Toben oder Reden haben.

Sicher nicht immer einfach, doch jedes Treffen voller Überraschungen. Spaß oder neuen Erfahrungen. Ich lerne die Sichtweisen eines aufgeweckten liebenswerten Jungen zu verstehen. Für ihn da zu sein. Und gibt es Fragen, so ist jederzeit ein Ansprechpartner des Vereins an meiner Seite.

Du hast Lust bekommen einen Teil deiner Zeit zu spenden? Oder hast Fragen? Bist neugierig? Dann besuche eine der offiziellen Infoveranstaltungen. Diese erläutern den Bewerbungsprozess und geben einen Einblick in die Abenteuer anderer Tandems. Was am Anfang etwas kompliziert und anstrengend klingt, könnte ein neues Abenteuer werden. Für ein Kind aus Hamburg und das kleine Kind in einem selbst. 

Angst vor der Stille

Aufgewacht. Die Sonne kratzt am Horizont, ein Hahn hat große Mühen den Ton zu halten und vor meinem Fenster ein Meer aus fremden Stimmen. Drehe mich in meinem viel zu kleinen Bett, während mir Lenas Artikel über das Reisen durch den Kopf geht. Frei sein. Genau so fühle ich mich im Moment. Nicht zu wissen was kommt. Nicht zu zu wissen wer bleibt.

Lange habe ich mit dem Gedanken gespielt ohne Begleitung in den Flieger zu steigen. Einfach weg. Hab kleine Städtereisen absolviert, doch für mehr fehlte der Mut. Also mussten mich Freunde anstubsen. Mich ins pulsierende Athen schickten, von wo ich zwei Wochen ohne Plan meinen Rucksack spazieren führte. Unzählige kleine Erinnerungen sollten hinzu kommen.

Hatte Angst vor der Stille. Sie hat eine unheimlich große Macht über mich – suchte dennoch die Konfrontation. Wechselte zwischen lauten Hostel ubd stummen Appartments. Saß mit strahlenden Augen inmitten Menschentrauben, bevor ich Stunden am Meer spazieren ging. Irgendwann legte sich die innere Hektik zur Ruhe. Stimmen im Kopf verstummten – nur eine blieb.

Ich mochte diesen Urlaub. Die Gespräche mit fremden Menschen. Eigenarten kennenlernen. Fremde und eigene. Doch werde ich kein einsamer Weltenbummler, denn hierfür fehlt mir Arbeit und Struktur. Aber auch bekannte Menschen, die mich umarmen. Mit mir sprechen und mir zuhören. Denn auch das ist Freiheit. Und es ist schön die Form der Freiheit wählen zu dürfen.