Andreas Spiegler

Schreiben. Stolpern. Schluckauf.

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Alles zieht vorbei. Und hinterlÀsst seine Kratzer.

Ohne Musik kann ich nicht. Einzelne Lieder lassen mich direkt zu einem vergangenen Moment springen. Einzelne Zeilen bringen mich zum Grinsen. Machen mich nachdenklich. Traurig. GlĂŒcklich. Dabei wechseln die KĂŒnstler, wie auch die Lebensphasen. Aber ein paar KĂŒnstler bleiben. Oft sind es jene, die wie ich auf der Suche sind. Verschiedene Facetten an sich entdecken. Sich ausprobieren. Dazu zĂ€hle ich Menschen wie Maeckes. Tua. Und Fatoni.

Ich wusste lange nicht genau, wer ich bin oder was ich kann. Wollte mich in einer Schublade finden, aber passte nirgends rein. Weder war ich der coole Sportler, noch der Partyheld oder Frauenschwarm. Erst mit der Zeit – und mit ganz viel Musik in den stillen Momenten – findet man Gleichgesinnte. In einzelnen Zeilen. Hört selbst in sich hinein. Probiert sich aus. Ich habe Texte geschrieben. Stundenlange GesprĂ€che auf viel zu kleinen Balkonen gefĂŒhrt. Menschen getroffen. Bin mit ihnen ein paar Schritte gegangen. Habe mich getrennt. Andere festgehalten.

Wollte nicht so sein wie die anderen – doch war und bin ich immer auf der Suche nach Orientierung. Und es gibt Phasen, da geht einem die Luft aus. Liege dann irgendwo und lasse alles an mir vorbeiziehen. Fatoni geht es vielleicht Ă€hnlich. Vielleicht auch völlig anders. Aber sein neues Lied „Alles zieht vorbei“ löst sehr viel in mir aus. Genau wie viele seine Lieder. Zwischen Tatort und Kunst. Momentweise im Modus. Ganz ohne Vorurteile macht er Dies das. Hört nicht auf die Anderen – dafĂŒr auf seine Luxusprobleme. 💎

Wenn man Jahr fĂŒr Jahr diese Gedanken in Form von Liedern, BĂŒchern, GesprĂ€chsfetzen auf sich einrieseln lĂ€sst, so wird man selbst zur Collage. Und schaut man genau hin, so findet man in jedem Menschen diese kleinen BruchstĂŒcke. Man mag sie Narben nennen. Erfahrungen. Ecken und Kanten. Alle so wichtig, auch wenn man sie vielleicht erst mit der Zeit zu schĂ€tzen weiß. Sie ĂŒberhaupt erst lesen kann.

Eine Marzipanfabrik. Private Blogs. Europawahl.

Es ist schon wieder passiert. Nachdem ich vor etwa 3,5 Jahren half, das BĂŒro des IBM Studios Hamburg neu zu denken, sind wir nun auch mit brand eins umgezogen. Dies ist der Grund, weshalb es wieder ein bisschen stiller war. Aber nach einer Woche Urlaub auf der Insel, genug Schlaf und einem Murakami bin ich wieder da mit einem Blogbeitrag und einer Podcastfolge 🎉

Eine Marzipanfabrik

Nach 10 Jahren am Speersort wollten wir uns mit brand eins weiterentwickeln. Wir wollten einen Raum schaffen, wo wir Leser und Unternehmen begrĂŒĂŸen können. Einen Ort, an dem die unterschiedlichen Rollen noch besser zusammen arbeiten können. Diesen Ort haben wir in Bahrenfeld gefunden. Eine alte Marzipanfabrik ist das neue Zuhause von brand eins. Die RĂ€ume sind so geschaffen, dass man auf großen MarktplĂ€tzen miteinander im Austausch steht, aber dennoch jederzeit einen Ort zum konzentrierten Arbeiten findet. Eine große gemeinsame KĂŒche und zwei VeranstaltungsrĂ€ume erlauben uns, in Zukunft unsere Nachbarschaft einzuladen – egal ob Meetup oder Release-Party. Noch hĂ€ngt nicht jede Lampe, aber ich freue mich ĂŒber jeden Besucher, der uns besuchen mag.

Vor den Umbauarbeiten: „Einmal alles raus. Danke!“

Private Blogs

Seit ĂŒber 15 Jahren schreibe ich Dinge in dieses Internet. Was mit NetObjects, Tripod und phpnuke begann, kann man gut und gerne als Leidenschaft bezeichnen. Ich lernte so das Programmieren. Begegnete unterschiedlichsten Menschen. Und erfuhr mit jedem Beitrag mehr ĂŒber mich. Konnte Interessen teilen und Gedanken loswerden. Mit den sozialen Netzwerken wuchs im ersten Moment die NĂ€he. Noch mehr kleine Updates. Fotos und Kurznachrichten. Und irgendwie fĂŒhlte es sich anders an. Die langen und persönlichen BlogbeitrĂ€ge wurden weniger. Followerzahlen wurden wichtiger. Ein Schema F wurde erkennbar. Influencer reiten den Algorithmus. „Unser Internet“ wurde von den lauten Stimmen ĂŒbernommen. Ich war nie laut und mochte schon immer die Stillen. Die Nachdenklichen und ihre Geschichten. Und ich möchte dorthin zurĂŒck! Mehr Geschichten und Gedanken festhalten. Diese offen zugĂ€nglich machen. Über diesen Blog und meinen Podcast. Ich will schöne Dinge, aber auch Ängste teilen. Mich mehr ĂŒber Inhalte vernetzen. Wieder einen Blogroll pflegen. Bewusst nur einer Auswahl von Menschen folgen. ErzĂ€hlen. Und zuhören. Außerhalb von quadratischen Bildern und 280 Zeichen. Deshalb: Blogempfehlungen gerne an mich đŸ™‹â€â™‚ïž

Europawahl

Mittlerweile hat es hoffentlich jeder mitbekommen – am Sonntag ist Europawahl. Da wird hingegangen. Aber was tun, wenn man sich noch nicht endgĂŒltig entschieden hat und zudem seit Wochen bei der Lage der Nation hinterher hĂ€ngt? TikTok löschen und informieren. Denn wie Eva Schulz erwĂ€hnt: Bei der Europawahl ist die HĂŒrde deutlich geringer. NĂ€mlich bei einem Prozent. Also lohnt es sich die einzelnen Programme und Argumente der kleinen Parteien genauer anzuschauen. HierfĂŒr eignen sich die Wahlprogramme und verschiedene Vergleichsseiten (Update: Am Wochenende wurde der Wahl-O-Mat vom Verfassungsgericht Köln verboten. Kleine Parteien wĂŒrden benachteiligt werden). So helfen Yourvotematters oder Wahlswiper beim Verstehen der Grundsatzthemen und Vergleichen der Positionen. Außerdem höre ich Podcasts. Fast jeder Podcast diskutiert die Wahl und so kann man alleine durch Zuhören lernen. Im Kopf sortieren. Entscheiden. Auch große YouTuber analysieren die großen Parteien und bringen hoffentlich noch mehr Menschen dazu, ihre Stimme zu nutzen. Gegen Rechts. Gegen Abschottung. FĂŒr Europa.


Das war’s 🎉 FĂŒhlt sich gut an. Sicher noch nicht so rund, aber darum geht es auch gar nicht. Ich wollte ein paar Gedanken teilen. In schriftlicher Form und persönlich ĂŒber den Podcast. Lasst mich hören, was ihr davon haltet. Und meldet euch gerne, wenn euch die S1 zufĂ€llig nach Bahrenfeld bringt.

Musik auf den Ohren. Grinsen im Gesicht.

Mich erwischt man selten ohne Musik. Sie begleitet mich durch jeden Tag. Kopfhörer auf den Ohren und der Lautsprecher in der Dusche. Möchte ich mich an Dinge erinnern, dann scrolle ich durch meine Musiksammlung. Jede Phase hat ihre Lieder. Erkenne sie an ihren Interpreten. Jeder Beat löst andere GefĂŒhle in mir aus. GĂ€nsehaut. SĂ€tze, die fĂŒr immer im Hinterkopf schlummern werden. Mir Halt in jeder Situation schenken. Schon frĂŒher im Kinderzimmer, wenn man noch nicht wusste was mit einem passiert. Um einen herum verĂ€ndert sich alles – und Musik half es zu verstehen. Zu ordnen. Sie lĂ€sst alles intensiver empfinden. Möchte ich strahlen, so macht sie das Grinsen breiter. Möchte ich weinen, so reichen bestimmte Textzeilen. Musik ist immer so, wie ich es brauche. Gibt mir das GefĂŒhl nicht alleine zu sein.

Curse ist einer dieser KĂŒnstler, der mich seit Jahren begleitet. Er hat selbst so viele Phasen durchlebt. Und stets diese Momentaufnahmen in Lieder gepackt. Manchmal frage ich mich, ob das KĂŒnstlern bewusst ist. Wie ihre SĂ€tze kleine Menschen wie mich beeinflussten. Mich dazu brachten mit Neugierde nach da draußen zu gehen. Mir Mut gaben, wenn ich am Boden lag. Mich aufbauten und zum Tanzen brachten. Alleine. Oder mit Herzmenschen. DafĂŒr bin ich sehr dankbar.


An Weihnachten durchwĂŒhlte ich meine Musiksammlung. Bin auf eine Zeitreise gegangen. Habe Melodien gesammelt, die mich zum Grinsen brachten. Es teilweise noch heute tun. Und stĂ€ndig kommen neue Lieder dazu. VerĂ€ndern mich. Beat fĂŒr Beat. Das ist meine Playlist.

Musik, die mich mein ganzes Leben begleitet. Mit einem Grinsen im Gesicht.

3 Dinge, die ich gerade ĂŒber mich lerne

Eigentlich sollte hier eine neue Folge meines Podcasts-Experiments verfĂŒgbar sein. Eigentlich sollte ich darin auf drei Dinge hinweisen, die mich begeistert haben. Etwas mit mir angestellt haben. Aber hier findet ihr nur einen wirren Text mit Gedankenfetzen. Mit drei Dingen, die ich vor Augen gefĂŒhrt bekomme. Und die ich mir zu Herzen nehmen muss.

Ich habe nicht unendlich viel Kraft. Der Alltag hat wieder begonnen und so drehen sich die RĂ€dchen wieder. Projekte aus dem Vorjahr werden fortgesetzt und stoßen neue Ideen an. Freunde sind zurĂŒck in Hamburg und ich möchte sie sehen. Mit ihnen Zeit verbringen. Möchte Hand in Hand mit Svenja durch Hamburg spazieren. Und auch selbst den Kopf frei bekommen. Vielleicht zum Sport. Vielleicht eine neue Serie. Ich muss aber wieder feststellen, dass nicht alles geht. Ich Menschen vergesse oder mich selbst hier und da vernachlĂ€ssige. Ich hab nicht unendlich viel Kraft. Und deshalb brauche ich auch Zeiten, in denen ich nichts Neues beginne. Mir Raum zum Verschnaufen gebe.

Es kann nicht alles perfekt werden. Auch wenn man immer wieder gesagt bekommt, man kann alles schaffen. Alles lernen und durch viele Versuche zur Perfektion kommen, so trifft das nicht auf alles zu. Beziehungsweise man kann nicht in jedem Feld perfekt werden. Ich dachte, ich nehme diesen Podcast einfach nebenbei auf. Wie eine Sprachnachricht, die ich einem Freund sende. Aber dann verspreche ich mich und lösche die Aufzeichnung. Ich verliere mich in einem Gedanken und fange an meine SÀtze vorzuformulieren. Möchte es richtig machen. Gut machen. Irgendwie auch perfekt. Aber das geht nicht.

Ich brauche einen Austausch. So schön der Gedanke einer Sprachnachricht in Form eines Podcasts ist, so sehr fehlt einem der Austausch. Wenn ich mit jemandem spreche, dann erfahre ich eine Reaktion. Ich sehe im Blick oder höre in der Stimme was meine Gedanken auslösen. Bei einem Podcast bin ich alleine. Rede mit meinem Handy und teile es dann mit der Welt. Es hören ĂŒberraschend viele Menschen, aber am Ende bleibe ich damit alleine. Und wĂ€hrend mir Schreiben beim Reflektieren hilft und es mir Spaß macht mit Worten und SĂ€tzen zu spielen, so setzt mich eine Audioaufnahme unter Druck. Der fehlende Austausch fĂŒhrt dazu, dass der Druck nicht verschwindet.

Deshalb gibt es heute keine neue Folge. Vielleicht versteht ihr weshalb. Ich werde nun lesen. Spazieren und Elefanten schauen.

Habt ein schönes Wochenende. đŸ€—

Organised Love. Abschiednehmen. Essen als Religion.

Ein frohes neues Jahr und vielen Dank fĂŒr das tolle Feedback zu Folge 0 meines Podcast-Experiments 🎉 Los geht’s: Jede Woche möchte ich euch auf drei Dinge hinweisen, die mich bewegten. Mich zum Grinsen brachten. Etwas mit mir anstellten.

In dieser Folge geht es um organisierte Liebe. Um Abschiednehmen. Und Essen, das immer mehr zur Religion wird. Lasst mich gerne wissen, wie euch die Folge gefallen hat.

Viel Spaß beim Hören von Folge 1:

Shownotes

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