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„Nur alte Männer fahren E-Bikes“

Ein älterer Mann mit grauem Bart in rotem Oberteil fährt auf einem Fahrrad vor einer grauen Betonwand mit Graffiti-Markierungen und einer dunklen Tür mit Gitterfenster.
Raoul Croes | Unsplash

Vom Feldweg auf die Straße

Mit meinem Umzug nach Hamburg, wanderte mein Mountainbike in den Keller. In Stuttgart noch gerne genutzt um durch die Wälder zu fahren, verwendete ich es kaum noch. Steigungen sucht man hier vergeblich, somit fehlt auch die belohnende Talfahrt. Seitdem nutze ich für jede längere Strecke den Bus oder die Bahn. Mag die Menschen beobachten oder die Zeit für Musik zu nutzen. Was fehlte: Mal schnell Freunde besuchen. Bei Sonnenschein zur Arbeit ohne den Duft anderer Menschen. Oder der Ausflug zum Deich.

Deshalb spielte ich lange mit dem Gedanken mir einen Roller zu besorgen. Fuhr meine Runden mit Emmy oder schielte neidisch auf Lukas und seinen Unu Scooter. Noch neidischer war ich aber auf die Kollegen, die teilweise 50km mit dem Rad fahren. Im Morgengrauen an der Elbe entlang. Ich wollte diese Freiheiten, aber kenne mich auch so gut: Manchmal fehlt die Motivation auf Strampeln.

Motivationsschub bei 25km/h

Vor wenigen Monaten dachte ich bei E-Bikes noch an ältere Menschen, die im Urlaub viel entdecken wollen, aber keine Lust auf Bewegung haben. „Nur alte Männer fahren E-Bike“ – und überholen mich laut lachend, während ich vor mich hin fluche und verschwitzt in der Arbeit ankomme. Ich möchte mich nicht unbedingt umziehen, aber dennoch morgens wach werden. An der frischen Luft sein. Hamburg über Umwege entdecken.

Bis zu 25km/h dürfen Pedelecs in Deutschland fahren, das reicht völlig aus – auch um am Wochenende mal größere Touren zu fahren. Plötzlich klingt eine Tour an die Nordsee realistisch. Und selbst die Wissenschaft hat herausgefunden, dass Pedelecs häufiger genutzt werden als klassische Räder. Denn ich kann frei entscheiden, wann und wie stark mich der Motor unterstützt.

Neben einem typischen Pecelec gibt es auch E-Bikes, die ohne Strampeln elektronisch angetrieben werden. Diese sind jedoch seltener, da sie ab sechs Kilometer pro Stunde zulassungspflichtig werden. Ebenfalls nur mit Zulassung werden S-Pedelecs verkauft: Diese beschleunigen bis 45 km/h, gelten deshalb als Kleinkrafträder und dürfen Radwege nicht nutzen.

Völlige Flexibilität

Mit einem E-Bike komme ich flexibel an jeden Ort. Entweder auf der Straße, dem Feldweg oder aber direkt am Wasser. Hamburg ist kein Vorreiter, aber es gibt in Deutschland unfassbar viele Radwege. Diese kann man alleine oder aber mit Freunden entdecken. Auch ein gefühlter Vorteil: Das Gemeinschaftsgefühl.

Ich finde immer einen Parkplatz und kann das E-Bike jederzeit auch in den Keller stellen, wenn ich auf Reisen bin oder das Wetter keine Lust aufs Fahrrad macht. Möchte ich das Rad im Urlaub oder bei einem Heimatbesuch nutzen, so ist es im Vergleich zu einem Elektroroller deutlich einfacher zu transportieren.

Überschaubare Unterhaltskosten

Während die Anschaffung im Vergleich zu einem Fahrrad oft teurer ist (wobei es auch dort Extreme gibt), sind die Unterhaltskosten relativ gering. Man benötigt keine Versicherung –  auch wenn eine Diebstahlversicherung sicher keine schlechte Idee ist. Kleine Dinge wie ein Reifenwechsel oder notwendige Justierungen können außerdem selbst vorgenommen werden. Bei einem Roller wäre ich abhängig von Werkstätten geworden. Einmal "volltanken" kostet beim E-Bike etwa 15 Cent bei Reichweiten von 50-120km, je nach Motorunterstützung.

Freiheit gepaart mit gutem Gewissen

Und so bestellte ich ein E-Bike, das mir hoffentlich erlaubt mich völlig frei auf jedem Untergrund zu bewegen. Es unterstützt, wenn mir die Lust abhanden kommt und gibt mir dennoch das Gefühl, nicht einzurosten. Bei überschaubaren Kosten. So die Theorie. Leider ist es nicht so einfach.


Dieser Artikel erschien auf lautlos.hamburg

Lautlos durch Hamburg

Seit ich mit meinem Umzug nach Hamburg den geliebten Audi 80 verkauft habe, genieße ich den Luxus einer Großstadt und seiner unterschiedlichen Mobilitätskonzepte. Der Hamburger Verkehrsbund (HVV) stellt die Grundausstattung mit U-Bahn, S-Bahn und Bus – aber Anbieter wie mytaxi und car2go schenkten völlig neue Freiheiten. Plötzlich fuhr ich die Strecke zum Badminton mit einem Smart, holte mir ein Stadtrad für die Fahrt zum anschließenden Grillen und das Taxi nach Hause wurde per App bestellt. Elektro-Scooter stehen (und liegen) mittlerweile an jeder Ecke, Autos hängen an der Steckdose und mein neues Fahrrad beschleunigt per Knopfdruck auf 25 km/h. Ich finde das grandios 🙌

Deshalb war die Zeit gekommen für ein neues Nebenprojekt. Gemeinsam mit zwei Freunden haben wir lautlos.hamburg gestartet. Wir schreiben über unterschiedlichste Mobilitätsformen und wie es sich anfühlt mit E-Auto, E-Roller und E-Bike in Hamburg unterwegs zu sein. So erzähle ich über meine sich ändernde Haltung zu E-Bikes, wie vielfältig der Markt für E-Bikes ist und wie sich die Probefahrt mit dem VanMoof S3 anfühlte.

Screenshot des lautlos.hamburg Blogs. Ein rotes E-Bike mit Bosch-Antrieb wird vor einem violetten Himmel präsentiert. Die Designstudie zeigt das Fahrrad mit modernem Design und ABS-Bremssystem. Darunter sind drei weitere Detailaufnahmen des E-Bikes zu sehen.
Unser neues Projekt lautlos.hamburg

Ich liebe solche Projekte. Sie starten mit einer Idee und einem Thema, das man durchdringen möchte. Und dann beginnt man einfach. Beim Hosting haben wir uns für Uberspace entschieden – einem Hoster, der ohne viel Schnickschnack einen Server mit vollem SSH-Zugang anbietet. Der Preis ist frei wählbar und die Dokumentation umfangreich – was für Boris ein Traum war. Beim CMS entschieden wir uns absichtlich gegen Wordpress und für Ghost. Die Performance überzeugte uns, denn das System konzentriert sich auf den Kern: Inhalte und das Ausspielen an Nutzer:innen. Kein umständliches Konfigurieren von Plugins, dafür praktische Integrationen für wichtige Dienste wie Unsplash, Buffer oder Google Analytics.

Wir bauten ein eigenes Theme. Stürzten uns ins Schreiben und Gestalten. Und sind seit dem 10. Juli online 🥳 Ein bisschen erinnert mich der Prozess an noRECESS – eine Schülerzeitung, die ich vor 18 Jahren digital publizierte. Nur hat man mittlerweile so viel dazu gelernt. Und es hat sich so viel verändert. Der Spaß ist aber geblieben. Internet und Blogs 💙

Twitter · Mai 2020

Im Mai 2020 stolperte ich durch alte Blogs und RSS-Reader — und merkte: Vergleiche sind Gift. Die Dinge, die ich nicht kann, wogen schwer. Die Menschen, deren Arbeiten ich verfolgte, schienen weiter zu sein. Dann kam die Zeitreise zurück. 3 Tweets. (KI-generiert)

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