Scrolle ich durch die Bilder des Mai, so sehe ich einen Wechsel aus Menschen und Natur. Immer wieder mischt sich ein Eis in die Momentaufnahmen. Da ist ein Gleichgewicht in mir, das sich gut anfĂŒhlt. Der FrĂŒhling hinterlĂ€sst Farben auf meinen Wangen und Armen. Und ich hab ein breites Grinsen im Gesicht.

Welche Fragmente sind ĂŒbrig geblieben?

  • Vom Waisenkind zum renommierten Politiker. Hamilton ist ein Musical, das Geschichte beeindruckend intensiv erzĂ€hlt und dabei auf eine Mischung aus Rap und Balladen setzt. Hatte große Angst vor einer deutschen Übersetzung, aber es klappt und machte großen Spaß.
  • Einfach spontan in den Zug setzen und nach Kiel fahren. Freunde besuchen. Am Wasser entlang spazieren. Bin ein großer Fan vom Deutschlandticket. Die nĂ€chsten AusflĂŒge gehen nach LĂŒbeck, Cuxhaven und Bremen.
  • Zwischendurch hilft ein Reset. Jedenfalls rede ich mir das ein und habe mal wieder eine Saftkur gemacht. Die ersten beiden Tage sind anstrengend, danach fĂŒhle ich mich deutlich besser. Konsequent gesunde ErnĂ€hrung hilft sicher mehr, aber ich mag Pommes und Eis. Ist also vielleicht doch mehr etwas fĂŒrs Gewissen.
  • Mittlerweile habe ich ChatGPT in der bezahlten Version stĂ€ndig als Tab geöffnet. Wie eine Art Sparringspartner. Lasse mir Fragen zu Konzepten stellen oder eigene Gedanken aus unterschiedlichen Perspektiven hinterfragen. Ich werde dadurch nicht unbedingt kreativer, aber in zĂ€hen Momenten werde ich geschubst. Zudem lösen die Plugins einige Probleme: So wird fehlendes Wissen und Halluzination reduziert, wenn das Internet oder ausgewĂ€hlte Dienste angesprochen werden können. Das geht zwar noch recht langsam, aber klappt. Auch lassen sich private Informationen zukĂŒnftig aufgreifen, ohne dass Sprachmodelle trainiert werden mĂŒssen. Entscheidet man sich fĂŒr einen offenen Standards bei den Plugins (wie z.B. bei Podcasts), so könnte ein spannendes Ökosystem entstehen – auch abseits von OpenAI.
  • Mag die IntimitĂ€t von Podcasts. Plötzlich sitze ich in einem fremden Wohnzimmer und höre Menschen zu, wie sie ĂŒber Leidenschaften, GefĂŒhle oder ihre Beziehung sprechen. In Familiy Feelings stellt sich schnell ein GefĂŒhl von Vertrautheit ein. So spricht das Paar zum Beispiel ĂŒber Streit und den Wunsch, einfach nur in den Arm genommen zu werden. Kenne ich. FĂŒhle ich. Bei „Alles gesagt“ spricht Podcast-Produzentin Maria Lorenz-Bokelberg ĂŒber genau diesen Safe Space, der beim Hören entstehen kann.
  • Und wieder ein neues Tool fĂŒr meine Notizen. Nach meinem Wechsel von Notion zu Obsidian, hat es mir jetzt Reflect angetan. Es vereint eine Art Tagebuch-Funktion mit AI-FunktionalitĂ€ten. So kann ich weiterhin Notizen miteinander verknĂŒpfen und die dabei entstehenden Netzwerke auf einer Karte betrachten, gleichzeitig lassen sich aber ĂŒber GPT-4 und Whisper jederzeit Texte ergĂ€nzen oder zusammenfassen und Gedanken ganz einfach diktieren. Am Laptop oder dem Smartphone. Mir gefĂ€llt auch das Interface deutlich besser. Alle Daten sind verschlĂŒsselt, die Browser-Erweiterung ist hilfreich und ausgewĂ€hlte Notizen lassen sich mit einem Klick teilen. Bin gespannt, wie lange ich Reflect treu bleibe.
  • Denke oft ĂŒber das Thema Skalierbarkeit nach, wenn es um meine SelbststĂ€ndigkeit geht. Was könnte ich anbieten, das nicht nur auf dem Prinzip Zeit gegen Geld basiert? Dabei wird mir aber auch immer wieder bewusst, dass schöne Dinge nicht skalieren. Freundschaften, Liebe, NĂ€he, Austausch.
  • Mit dem Rad durch Lokstedt. Viel grĂŒn, nicht enden-wollende KleingĂ€rten, der GrĂŒnzug und schöne Villen im Zylinderviertel. Hamburg ist so eine schöne Stadt, wenn die Sonne scheint. Hippe Menschen mit OMR-BĂ€ndchen fluten die CafĂ©s und ich sitze irgendwo im Park. Höre alte Alben von Samy Deluxe. Das Leben ist gut.
  • Oder auch nicht. Luisa Neubauer steht vor tausenden Marketing-Expertinnen und Kommunikations-Spezialisten. Beschreibt erneut, wie um uns herum viele kleine Welten zerbrechen. Wir grĂŒne MĂ€rchen erzĂ€hlen. Uns und den anderen. Greenwashing und Öko-Bullshit. Vor uns liegen sieben Jahre, die vieles entscheiden werden. Wo war ich? Was habe ich gemacht? Und wofĂŒr habe ich meine Arbeitszeit investiert? Ist nicht das erste Mal, das mich diese Fragen abends wachhalten werden.
  • Es gibt wenige Newsletter, auf die ich mich freue. Dense Discovery ist einer davon. Und Christel’s Corner. Zuletzt berichtet Christoph davon, dass Digitalprodukte fĂŒr ihn an Bedeutung und Spaß verloren haben. Bemerke eine Ă€hnliche Tendenz und versuche mich vom Gegenteil zu ĂŒberzeugen. Bisschen doof, wenn man in dieser Industrie arbeitet. Gleichzeitig vielleicht auch notwenig, wenn es darum geht echte Probleme zu lösen. Und nicht nur Aufmerksamkeit zu generieren oder Zeit totzuschlagen.
  • Mal wieder hat nextMedia.Hamburg eingeladen. Diesmal zum Journalismus Camp. Unterschiedlichste GrĂŒnderinnen und Unternehmer gaben einen Einblick in ihre HĂ€user. Ich genieße diesen Perspektivwechsel und den Austausch mit Menschen aus der Branche. HĂ€ngengeblieben: Khesrau Behroz ĂŒber den Wechsel aus der Beratung in de Podcast-Welt und Sophie Coe ĂŒber kuratierten internationalen Journalismus in der App informed.
  • Als Produktmanager ist es oft meine Aufgabe, dass alle beteiligten Personen ein gemeinsames VerstĂ€ndnis teilen. Egal ob sie Teil des Teams sind oder in einer anderen Beziehung zum Produkt stehen. Dabei helfen mir Frameworks, um strukturiert Fragen zu stellen und ZusammenhĂ€nge oder LĂŒcken aufzuzeigen. Petra Wille setzt auf den Decision Stack, der eine Visualisierung der gesamten Organisation erlaubt.
  • Mein vielleicht bestes Konzert (neben dem Heimspiel der Fantastischen Vier und zahlreiche Gitarrenkonzerte von Maeckes) war Casper & Materia auf der WaldbĂŒhne. Als ich nun aber den Mitschnitt vom letzten KUMMER-Konzert sah, war ich etwas neidisch. Was muss das fĂŒr eine tolle Stimmung gewesen sein – irgendwo zwischen Randale und traurigem Rap. Zum GlĂŒck gibt es einen Mitschnitt in der ARD Mediathek inkl. Doku.

Sodele, das war es fĂŒr diesen Monat. Ich wĂŒnsche euch einen schönen Juni. Und falls du Lust auf eine Kugel Eis hast und mit mir um den Block laufen magst, melde dich gerne. Ich wĂŒrde mich freuen 🙂


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