Fr├╝hling. Endlich. Mit dem Rad durch das Niendorfer Gehege und die Eidelstedter Feldmark. Ich mag unser neues Viertel und seine Umgebung. Hab das erste Mal ein Stammcaf├ę. Versuche mein Gleichgewicht zu finden. Irgendwo zwischen Ukraine, Pandemie, Klimakrise und den eigenen Gef├╝hlen. Und es klappt. Schritt f├╝r Schritt. Mit kleinen Routinen.

Abends in der Eidelstedter Feldmark

Freitag reduziere ich Arbeitsstunden. Habe mit Tennis begonnen. Anf├Ąnger sein. ├ťber den Platz rennen. Ansagen vom anderen Ende des Sandplatzes. Ein bisschen wie fr├╝her im Sportunterricht. Tut gut, etwas neu zu lernen. Ich akzeptiere Stolpern. Und ├╝be mich im Aushalten von Gef├╝hlen. Bin dankbar f├╝r Svenja und meine Freunde. Sie h├Âren mir zu. Nehmen mich in den Arm. Geben mir das Gef├╝hl, dass ich ausreiche. Und an immer mehr Tagen bin ich davon ├╝berzeugt. ­čĺÖ

Alles in Ordnung. In bester Ordnung.
So normal, wie es nur sein kann.

Die Orsons

In meinem Umfeld besch├Ąftigen sich viele mit dem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben. Work-Life-Balance. Doch was w├Ąre, wenn es zwei voneinander getrennte Leben w├Ąren. Die Serie Severance setzt sich damit auseinander. Arbeit nach Auftrag ÔÇô ohne genau zu wissen, wof├╝r. Klick. Abends m├╝de daheim. Ein Chip im Kopf verhindert, dass Fragmente der Arbeit den Weg ins Private finden. Und umgekehrt. Zwei Welten.

Gro├čartig gespielt zog mich Bild und Musik in dieses Spannungsfeld aus Funktionieren und Einsamkeit. Und ich w├╝rde l├╝gen, wenn mir nicht einige Parallelen zu meiner Konzernzeit bitterlich ins Auge stie├čen. Beklemmend aktuell und absolut sehenswert. ­čô║


Ein beklemmendes Gef├╝hl kann sich auch einstellen, wenn die Abk├╝rzung NFT in Tweets und Newslettern meinen Blick anzieht. Ja, auch ich habe mir YouTube-Videos angeschaut, die enorme Renditen versprechen. Ja, ich habe mir gelangweilte Affen angeschaut und mich versucht zu ├╝berzeugen, dass dies die Zukunft von Kunst sein k├Ânnte. Klappte nicht. Aber ich glaube daran, dass diese neuen Technologien einen Platz finden werden. Einen Platz, den wir nun schrittweise finden m├╝ssen. Und ich w├╝rde mir w├╝nschen, es g├Ąbe mehr Artikel ├╝ber Experimente ÔÇô abseits von Revolutionen und Disruptionen. Gregor Schmalzried hat einen starken Artikel zum Thema zum Krieg der extremen Meinungen geschrieben. Und wie Web3-Optimismus f├╝r ihn aussieht. ­čŽž


Auch bei brand eins probieren wir momentan viel aus. Sitzen in bunt-gemischten Runden mit unterschiedlichsten Unternehmen zusammen. Sprechen ├╝ber unsere Perspektive auf gemeinsam identifizierte Spannungen und Fragestellungen. Und daraus ergeben sich interessante Angebote. Mit jedem Gespr├Ąch und Austausch frage ich mich mehr: Warum immer alles selber machen? Wenn es da drau├čen Menschen gibt, die ihre St├Ąrken und Erfahrungen einbringen k├Ânnen und m├Âchten. Diese lassen sich b├╝ndeln. Und mit Nutzerinnen und Nutzern weiterentwickeln.

Ein solches Angebot kann zum Beispiel eine Werkstatt sein. In der Erfahrungen miteinander diskutiert werden. Und Buzzwords hoffentlich ihre Oberfl├Ąchlichkeit genommen bekommen. So jedenfalls der Plan f├╝r den ersten Schritt. Denn es ist ein Prozess. Der nicht nur das Angebot, sondern auch die Organisation immer weiter hinterfragt.

Passend dazu kann ich das wunderbare Zine ÔÇ×Work in ProgressÔÇť von Johannes Klingebiel empfehlen. Es beschreibt seine Erfahrungen aus drei Jahren Arbeit im Innovationsteam der S├╝ddeutschen Zeitung. Und wieder ein Beispiel daf├╝r, dass alleine das sich einstellende Gef├╝hl ÔÇ×Ich bin nicht alleineÔÇť so verdammt wertvoll sein kann. ­čÖĆ


Gef├╝hlt war dieser Monat voller befreiender Gef├╝hle. Kleiner Erfolgsmomente, die nach den letzten Monaten bitter notwendig waren. Ich glaube, die Nebensaison ist hiermit beendet.

Kommt gut durch den Mai. ԜǴŞĆ

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Twitterperlen aus dem Mai 2022