Andreas Spiegler

Schreiben. Stolpern. Schluckauf.

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RĂŒckblick. 2017.

Mein Gesicht spiegelt sich im Fenster des Zugabteils. FĂŒr einen Moment  Stillstand – wĂ€hrend draußen alles an mir vorbei fliegt. Auf dem Weg nach Hamburg. Abschied genommen. Wollte nicht. Musste. Nun bist du bei ihr. Freude. Trauer. Habe dieses Jahr so viel gewonnen, wĂ€hrend du dein LĂ€cheln verloren hast. Dankbar. ?

Dankbar fĂŒr ein volles Jahr. Ein buntes Jahr. Hab in Mallorca deine Hand genommen. Wir uns jeden freien Moment. ZukunftsplĂ€ne. Snowboarden in Garmisch. Getanzt auf Hochzeiten und meinem 30. Geburtstag. Das erste Mal Ballett. Der erste eigene Tannenbaum. Keksgeruch in unserer eigenen Wohnung. Portugal. Die FĂŒĂŸe im Sand und ein Wohnwagen mitten im Wald. Strahlen. Zahlreiche Fahrten nach SĂŒddeutschland. Überraschend viele Kindheitserinnerungen. Erwachsenwerden. Ein letztes Mal Z2X. Ein erstes Mal The Conference. Mit dem Rad durch Malmö. Zu Fuß durch Föhr. ⛔

Zu wenig gute Filme gesehen. DafĂŒr bei La La Land mitgewippt. Bei Blade Runner 2049 gestaunt und bei Dark durch die Zeit gesprungen. Viel mehr Zeit mit Podcasts verbracht. Spazierend durch Hamburg. Oder beim Kochen. Neue Dinge ausprobiert. Den alten Bands treu geblieben. Im Modus (Fatoni) gefeiert und Lang lebe der Tod (Casper) bewundert. Abneigung gegen den aktuellen Rap. Das neue Album von Cro verflucht, nur um es Wochen spĂ€ter tru zu finden. Jazz. Klassik. Ein bisschen Rock. ?‍?

Seit ĂŒber einem Jahr als Produktmanager bei XING. Einen Podcast an den Start gebracht. Über 200 Experten teilen nun ihr Wissen. Selbst hingegen weniger geschrieben. Weniger gelesen. Die Facebook-App gelöscht, dafĂŒr begeistert von Refind. Jeder ausgegebene Euro wird nun mit YNAB ausgewertet und jeder Besuch mit Swarm aufgezeichnet. Mir mit Bitcoins die Finger verbrannt. In Hamburg isst man nun Poke Bowls – doch nichts kommt an Maultaschen heran.

Bin zufrieden. Bin glĂŒcklich. Bin verliebt. 2017 war schön. Mit dir. Mit euch.

Wind im Haar. Alles erleuchtet. Und in Bewegung.

Urlaub. 5 Tage Föhr. Wind in den Haaren. Überraschenderweise Sonne im Gesicht. Ihre Hand in meiner Hand. Durchatmen. Fast eine andere Welt. Voller Stille. Nur Sand, der knistert. Der Drachen durfte wieder fliegen. Friesentorte probiert. Einen verloren gegangenen Hund wieder entdeckt. Dankbar.


Nach einem zurĂŒckgezogenen Album und einer verschobenen Tour war endlich alles erleuchtet. Casper spielte seine Show in der Sporthalle – eine so triste Location fĂŒr Konzerte. Dennoch GĂ€nsehaut. Dennoch dieses breite Strahlen im Gesicht. Hoffentlich nicht die letzte Tour, auch wenn seine Lieder so klingen.


Ich werde momentan an Klassiker herangefĂŒhrt. Einer davon ist Mord im Orientexpress aus dem Jahr 1974. Hercule Poirot als genialer Detektiv, dem kein Detail entgeht. Sympathisch verschoben versucht er die kleinen Psychospiele der FahrgĂ€ste aufzudecken. In der Neuverfilmung von und mit Kenneth Branagh erhĂ€lt der Charakter noch mehr Tiefe. Der Schnitt, die Musik und das ganze Drumherum wurde aufpoliert. Hat Spaß gemacht, auch wenn ich nach ein paar Tagen darĂŒber nachdenken doch den Originaltitel mehr mag.


Netzwende. Mit diesem Thema beschĂ€ftige such der VOCER Innovation Day beim SPIEGEL. Wie informiert man eine digitale Gesellschaft? Und gibt es so etwas wie konstruktiven Journalismus wirklich? Neben inspirierenden Lightning Talks (z.B. von LĂ©a Steinacker, die ĂŒber Diversity und unbewusste Vorurteile in Verlagen sprach – dabei den Finger gekonnt in die Wunde steckte) gab es unterschiedlichste Workshops. So lockte die Lage der Nation mit einer Live-Aufzeichnung, Journalisten stellten Storytelling-Ideen fĂŒr Sprachassistenten zur Debatte und natĂŒrlich fragte man sich erneut, wie man mit Journalismus zukĂŒnftig Geld macht. Am besten gefiel mit der Talk von Adam Thomas, der Daten-Journalismus und die Rollen der Plattformen sprach. Drumherum ein toller Gastgeber, Eis und eine Party, die XING gesponsert hat. Gute Veranstaltung – viel gelernt… Ich sollte im Dunkeln keine Stufen hochspringen. Tut weh.


Einen hab ich noch. Gerard mit neuer Single. Azurblau. 

Ein bisschen Wehmut. Grusel. Kaffee und Sexismus.

Hui. Das Jahr rast und bewegt sich schnurstracks auf meinen 30. Geburtstag zu. Ein komisches GefĂŒhl. Ertappe mich immer wieder dabei, wie ich auf die letzten Jahre zurĂŒckschaue. Meine aktuelle Situation “bewerten” möchte. Und eigentlich nur mit den wichtigen Leuten anstoßen mag. Auf ein grau-buntes Hin und Her. Voller schöner und bewegender Aussetzer. Ich mag, wo ich bin. FĂŒhle mich gerade sehr wohl. Angekommen. Mal nicht gehetzt von dem Treiben da draußen. Neben mir liegt dennoch der gepackte Rucksack. Urlaub. Wind im Haar. Lesen. Spazieren. Genießen und durchatmen.


Bin kein großer Fan von Horror oder Grusel. Aber mit Stranger Things hat mich seit langer Zeit wieder eine Serie komplett in ihren Bann gezogen. Gerade hat Staffel 2 begonnen und ich kann sie nur jedem ans Herz legen. Mag die Jungs, wie sie fĂŒreinander einstehen. Mag den Übergang in die andere Welt. Mag Eflie, wie sie versucht die zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen. 


Tomasz Kurianowicz hat einen tollen Artikel ĂŒber den Wunsch geschrieben, als Mann bei der aktuell wieder aufflammenden Sexismus-Debatte (#metoo) mitreden zu können. Er beschreibt – fĂŒr mich sehr gut nachvollziehbar – seinen inneren Kampf. Wie schwer es ist eine Meinung zu bilden, wenn einem doch gesagt wird, dass man etwas nicht nachempfinden kann. WĂŒrde selbst gern besser verstehen, wie man die Situation verbessern kann. Das Problem angehen. Wie kann ich Empathie fĂŒr dieses Problem aufbauen? Ich möchte in keine Schublade gesteckt werden. “Ihr MĂ€nner…” – doch stecke ich in dieser seit meiner Geburt. Hm…


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Wieviele Stunden ich wohl schon in Cafés verbracht habe, obwohl ich keinen Kaffee trinke. Auf der Schanze hat ein neuer Apple-Store Koffein-Dealer aufgemacht. Törnqvist. Alle schwarz gekleidet. Jede Tasse kommt mit Geburtsurkunde. Ich frage mich, wann Metzgereien hipp werden. Und Peitschenstecken auf Kiefernholz servieren.


FrĂŒher war ich ein großer Fan von delicious. Gibt’s nicht mehr. Dann kam Zootool. Auch weg. Also zurĂŒck zu Bookmarks. Aber das stellte mich auch nie zufrieden, weil mir die Inspiration fehlte. Ich wollte sehen, was andere zu bestimmten Themen gut finden. Netzwerke wie Twitter sind dafĂŒr zu laut. Aber seit einer Weile nutze ich Refind. Eine Plattform, die es mir erlaubt Links zu speichern. Kontakten zu folgen. Und Refind hilft mir dabei, die wichtigen Dinge mitzubekommen. Alles wird nach Relevanz sortiert. ?


Dieser Beitrag wurde ihnen prĂ€sentiert von einem mĂŒden Andi, der durch Johannes dazu angestoßen wurde sich wieder zu melden. 

Über Erinnerungen und Ghetto-FĂ€uste.

Ein Besuch in der Heimat bedeutet immer auch Erinnerungen auszugraben. Orte, an denen man viel Zeit verbracht hat. Wege, die man immer wieder gelaufen ist. Zeit mit der Familie. Das tut sehr gut. Sind doch die meisten schönen Momente mit Menschen verknĂŒpft. Ich kann mich an bestimmte GesprĂ€che erinnern. An den ersten Kuss. BauchkrĂ€mpfe vom Lachen oder gemeinsames Trauern bei Freunden. Gemeinsam Zeit verbringen. Neue Dinge ausprobieren. Erlebnisse teilen.

Deswegen hab ich frĂŒher angefangen zu schreiben. Gedanken ordnen und mit anderen Menschen teilen. Gleichgesinnte finden. Nun sitze ich in meinem Kinderzimmer. Draußen alles grĂŒn – vermischt mit etwas grau. Was mich in den letzten Wochen beschĂ€ftigt hat, will ich hier zusammenfassen. ?

Gefunden: Das Treffen mit einem alten Freund. Die BegrĂŒĂŸung von Freunden. Die Verabschiedung von netten Menschen. Ist es nicht die Familie oder die Partnerin, so geschehen oft sehr komische Situationen. Die coole Ghetto-Faust wird mit der offenen Hand erwidert. Umarmung oder nur lockerer Schulterklopfer? Hand geben oder mehr? Mercedes Lauenstein schreibt ĂŒber seine Sozialphobie. Hilfe, Menschen! Ich wĂŒrde mich auch sehr ĂŒber eine EU-Norm freuen. Oder ein Zeichen, damit die BegrĂŒĂŸung nicht zum unterhaltsamen Schauspiel fĂŒr alle wird. Und was sollen eigentlich diese zwei bis zwölf KĂŒsschen auf die Wange?!

Die stille Choreographie der Beklommenheit ereignet sich fĂŒr alle Beteiligten und Umstehenden in quĂ€lender Zeitlupe.

Jedes Mal schade, wenn ich auf jetzt.de bin. Habe dort so viel Zeit verbracht. Texte veröffentlicht und grandiose GesprĂ€che gefĂŒhrt. Tolle Menschen getroffen und auch viel ĂŒber mich gelernt. 

Geschrieben: Mal wieder ein paar Einweggedanken. Aus alten Satzfetzen und einem GefĂŒhl von Zufriedenheit. Meine Zeit mit tollen Menschen verbringen zu dĂŒrfen. Hier. Mit euch. 

Gehört: Momentan höre ich sehr viel alte Musik. Blumentopf, Kraftklub, OK KID. Alte Alben – oder eher den alten Sound. Liegt es daran, dass man alt wird? Die neue Hip Hop Generation macht mir jedenfalls momentan nicht wirklich Spaß. Vielleicht der neue Song von FĂŒnf Sterne Deluxe. Aber das ist ja auch alte Schule. Nun fehlt noch Dendemann… DafĂŒr landet immer mehr Pop auf der Playlist. Fayzen. Gisbert. Von Wegen Lisbeth ?

Außerdem quillt meine Podcast-Schatztruhe langsam ĂŒber. Wo frĂŒher ĂŒber Stunden das Radio in meinem Kinderzimmer lief, liegt heute mein iPhone und bringt unterschiedlichste Themen zu mir. Die Herren Böhmermann und Schulz machen Urlaub (und werden auch langsam langweilig), deswegen höre ich dem Nachwuchs zu: PODCAST UFO. Flacher Humor und eine Prise Beleidigungen. Mag ich. Bei den Online Marketing Rockstars (OMR) erfĂ€hrt man immer wieder kleine Details ĂŒber Firmen und die Personen dahinter. Besonders gut gefiel mir die Folge mit dem Mit VergnĂŒgen GrĂŒnder Matze Hielscher. Der auch einen eigenen Interview-Podcast hat: Hotel Matze.

WĂ€hrend gerade meine Mama zum Kaffee ruft, die Fantastischen Vier ernten, was sie sĂ€en, habe ich ein Grinsen im Gesicht. Ich mag dieses Internet. Ich mag seine Blogs und die Menschen dahinter. Die ĂŒber alltĂ€gliche Dinge schreiben. Mich daran teilhaben lassen. Gibt es eigentlich noch Stöckchen?

Ich baue ab

Diese Woche war jetzt eher so mĂ€h. Gesundheitlich angeschlagen. Schlecht geschlafen. Das geht auch besser. Trotzdem gibt es wieder ein paar schöne Dinge zum Wochenende


Gefunden: Wenn man krank im Bett liegt, dann half frĂŒher Benjamin BlĂŒmchen. Daheim liegen zig Folgen im Keller. Heute sind es (leider) keine Hörspiele mehr, dafĂŒr aber Podcasts. Und zwei tolle Folgen habe ich gefunden: Bei Einhundert ging es um den Tod. Oder auch die Konfrontation mit ihm:

Peter*, 70, hat Parkinson. Seine Frau Edith*, 70, ist kerngesund. Im Herbst 2014 teilen sie ihrem Sohn Patrick* eine folgenschwere Entscheidung mit: Ein dreiviertel Jahr spĂ€ter, nach Ostern, wollen sie zusammen aus dem Leben gehen – weil Peter seine Krankheit nicht mehr ertrĂ€gt.

Mama und Papa sind immer fĂŒr einen da. Sie halten dich im Arm. Begleiten deine Schritt. Schubsen. Ermahnen. Hören zu. Und irgendwann mĂŒssen sie gehen. Aber wie reagiert man wohl, wenn siedas frĂŒher wollen? Gemeinsam. Ein beklemmendes GefĂŒhl nur darĂŒber nachzudenken. Die Handynummer zu wĂ€hlen und niemand hebt ab. Bilder ziehen an dir vorbei. Du realisierst, dass du nie wieder die Stimme hören wirst. Sie dir nie wieder die TĂŒr aufmachen werden. Ein Gedanke, das ich beim Hören immer wieder versuchte wegzustoßen. Gerade deswegen sehr hörenswert. 

Außerdem gibt es einen tollen Podcast zum Thema Design: Formfunk. In sehr persönlichen GesprĂ€chen sprechen Grafiker, Gestalter und andere Kreative ĂŒber ihre Arbeit. Ich mochte sehr das GesprĂ€ch mit Erik Spiekermann. Er spricht darĂŒber, wie schwer es ist große Marken zu verĂ€ndern. Was ihn an Typografie begeistert. Was seine Freunde und Kollegen ĂŒber ihn sagen.

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Gehört: Endlich mal wieder auf einem Konzert gewesen. KĂ€ptn Peng & die Tentakel von Delphi. Grandiose Texte. Beats, die einem tagelang im Kopf bleiben. Theorie. Kreise. Unendlichkeit. Zum ersten Mal im Mehr! Theater gesehen, das nicht wirklich fĂŒr so eine Musik gemacht ist. DafĂŒr war die Stimmung trotzdem super und ich war von der Vielfalt aller Zuschauer ĂŒberrascht worden. Bald kommt das neue Album ?

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Gesehen: Aziz Ansari ist zurĂŒck mit der zweiten Staffel von Master of None. Schon die erste Staffel begeisterte mich durch ihre ehrlichen Beobachtungen. Dates, Freunde, Liebe. Dinge, die einem selbst begegnen und oft nicht ganz so sind, wie man sie sich wĂŒnscht. Nun lernt Dev (Aziz) zuerst seine Leidenschaft fĂŒr Pasta, dann eine tolle Frau kennen. Sie ist verlobt. EinfĂŒhlsam erzĂ€hlt, ganz ohne Übertreibungen oder Klischees. Hab die zehn Folgen regelrecht verschlungen. 

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Gegessen: Maultaschen. Im Lieblingsrestaurant fĂŒr schwĂ€bisch-kulinarische Speisen – Zum SpĂ€tzle. Neben dem Brachmanns Galeron ein toller Ort, um die Entfernung in den SĂŒden kurz zu vergessen. 

Mehr gibt es nicht zu berichten. Die nĂ€chste Woche wird kurz. Feiertag. BrĂŒckentag. Meertag. ?