Blog / Framente

Nassgeschwitzte Parolen

Der Rauch kratzt in meinem Hals. Ich lasse den Blick schweifen und beobachte nass geschwitzte Körper. Sehe den DJ auf seiner Empore. Er feuert uns an, aber ich bin ganz ruhig. Schließe die Augen. Und spüre jeden Schlag im Herzen. Halte mich an meinem Glas fest und wünsche mich auf eine Wiese. Ich gehe gerne abends weg. Mische mich unter die Menschen. Schaue in glückliche Gesichter. Lausche leisen Gesprächen. Und bin dann selbst am liebsten still. Stumm.

Mag es nicht, mit hohlen Phrasen die Zeit zu missbrauchen. Mag es nicht, schreien zu müssen, um einem Menschen in Ruhe meine Träume zu verraten. Und ich möchte auch nicht jeden fünften Gast per Handschlag begrüßen. Ihn danach fragen, was denn so alles geht - obwohl er doch seit Jahren an der selben Stelle steht. Immer die selben Geschichten erzählt und wieder nur seine Maske wählt. Ich will Ehrlichkeit. Nähe. Und das Gefühl, dass man zusammengekommen ist, um einfach nur den Moment zu verfolgen. Das schicke Hemd aus der Arbeit fallen zu lassen. Die Brust aufzureißen und das Herz funkeln zu lassen. 

Ich muss mein Leben nicht anpreisen. Will es ja auch nicht verkaufen. Ich will es leben. Möchte das tun, was mich glücklich macht. Und nicht das, was alle tun. Möchte die Musik nicht nur hören, sondern atmen. Kein Zigarettenrauch, sondern Melodien. Möchte den Menschen, die mich interessieren, nicht nur zuhören. Sondern sie halten. Und dabei einfach nur merken, dass ich sein kann wie ich bin - auch ohne leere Laute. Geschrei und Abenteuergeschichten.

Stuttgart. Meine erste Liebe. Ich bin wieder im Süden angekommen und muss zugeben, dass es ein schönes Gefühl ist, sobald man in den Kessel einfährt. Jetzt müssen erstmal Berge an Briefen verarbeitet werden und dann geht es auch schon zur nächsten Mission - Operation der Nasennebenhöhlen. Mich plagen seit Monaten Schmerzen, Druckbeschwerden und andere Wehwehchen. Bin also froh, dass endlich etwas unternommen wird. Danach werde ich erstmal eine Weile offline verbringen und mich auskurieren. Aber wir sehen uns wieder - am Ende des Tunnels. Oder so… :)

The Streets - Trust Me. Meine Zeit in Hamburg neigt sich dem Ende. Am Samstag werde ich wieder in den Süden aufbrechen. Schade eigentlich. Ich hab die Zeit genossen. Habe viele nette Menschen kennengelernt und eine Abteilung innerhalb der IBM gefunden, die mich einfach nur begeistert. Hamburg, ich komme wieder :)

mashable.com

MySpace wird zum Entertainment-Hub ›

Nachdem Facebook schon vor langer Zeit MySpace als erfolgreichstes Social Network abgelöst hat, muss sich der einstige Marktführer etwas einfallen lassen. So sollen Musik, Filme, Serien und Games in den Mittelpunkt rücken. Man vernetzt sich über seine Interessen und bekommt dabei noch Vorschläge passend zum Geschmack gemacht. Ich befürchte, dass dieser Plan nicht aufgehen wird. Außer, es wird sehr viel Geld in die Hand genommen und man liefert den Nutzern exklusive und umfangreiche Inhalte. Zudem muss das Empfehlungs-System gut sein und die Schnittstellen zu Diensten wie Facebook, Twitter oder last.fm müssen überzeugen. Das sollte nicht so einfach werden. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Macht Google uns doof?

Verändert das Internet die Funktionsweise unseres Gehirns? Macht Google uns doof? Diese These stellt Nicholas Carr auf, der an sich selbst die Beobachtung machte, dass er lange Texte nicht mehr so einfach lesen kann. Er beschreibt sehr ausführlich und mit vielen Beispielen, wie sich der Mensch an das neue Medium Internet anpasst. Kurze Informationen, gespickt mit multimedialen Inhalten strömen auf uns ein. Wir finden an jeder Stelle neue Dinge und werden über Hyperlinks im Sekundentakt zu anderen Themenbereichen geleitet. 

Ich war noch nie eine Leseratte. Was ich oft sehr schade finde, da ich glaube, mir entgehen sehr viele entspannende Momente. Momente, in denen man sich zurücklehnt und in eine andere Welt abtauchen kann. Ich war schon immer mehr derjenige, der Stunden mit Zeitschriften, Zeitungen und eben dem Internet verbracht hat. In letzter Zeit verändert sich der Schwerpunkt immer mehr in die virtuelle Welt. Nicht zuletzt auch wegen meinem iPhone. Ich kann jederzeit meine E-Mails lesen, Statusnachrichten auf Facebook veröffentlichen und die Schlagzeilen von ZEIT ONLINE überfliegen. Aber das ist der Punkt - ich fliege mehr, als dass ich über Inhalte nachdenke. Innerhalb von Sekunden entscheide ich, ob ich weiterlesen möchte. Oder mich doch treiben lasse…

Dieses Verhalten hat Vorteile. Ich kann viel mehr Dinge oberflächlich erfassen. Wenn Themen besprochen werden, ist die Chance sehr hoch, dass ich irgendwo etwas gelesen habe oder wenigstens eine Internetseite kenne, auf der ich weitere Informationen finde. Gleichzeitig ist dies auch ein Nachteil. Nur selten weiß ich alles zu einer speziellen Angelegenheit. Ich werde somit auch abhängig vom Internet. Denn ohne Suchmaschine und Google kann ich nur selten auf das Wissen im Netz zugreifen. Auch verändern sich Bereiche wie die Allgemeinbildung. Heutzutage ist oft wichtiger, schnell etwas herauszufinden und bestehende Informationen kombinieren zu können. Meiner Meinung nach entstehen zwei Typen von “Experten”. Die Forscher vertiefen bestehendes Wissen über einen Themenkomplex. Der Wissensarbeiter führt viele verschiedene Stränge zueinander. Und erzeugt daraus neue Informationen. Die er bestenfalls mit dem Forscher und allen anderen Menschen tauscht. So entsteht über gemeinsame Arbeitsweisen eine Art Tausch-Gesellschaft. Was in meinen Augen eine tolle Entwicklung ist.

Gleichzeitig verändern die technologischen Geräte wie Handys, Laptops oder Organizer, aber auch das Netz unsere Lebensweisen. Im geschäftlichen und privaten Umfeld. Oft regiert uns Hektik. Die ständige Erreichbarkeit und Beschallung kann Segen und Fluch sein. Ich selbst bin froh, dass es diese Entwicklung gibt. Denn zum einen macht sie mir Spaß, zum anderen schafft sie interessante Jobs. Man muss aber auch aufpassen, dass man sich bewusst Ruhepausen nimmt. Mal alle Geräte beiseite legt und den Körper sowie Geist nachdenken lässt. Irgendwann muss auch der ganze Input verarbeitet werden.

Trotzdem glaube ich nicht, dass uns Google verblödet. Wir verändern nur unsere Denkstrukturen. Diese sind vielleicht nicht mehr so tief, dafür breiter angelegt. Und solange man Veränderungen an sich und der Umwelt kritisch reflektiert, kann man daraus sehr viel Gutes schöpfen.

Ich laufe durch die Straßen. Menschenmassen drängen sich aneinander vorbei. Stürmen in Läden, um sich den neuen Kleidungstrend aus New York zu besorgen. Geben ihr Geld aus, weil sie glauben, dass sie dadurch glücklicher werden. Weil sie denken, mehr beachtet zu werden. Und eigentlich ist es total egal, wie du dich kleidest, wenn du jemandem gegenüberstehst. Es kommt auf dein Gefühl an. Auf das Gefühl, das du dem anderen gibst. Die Liebe und das Vertrauen, das man sich selbst und anderen in die Hände legt. Last Minutes with ODEN ist eine traurige Kurzdokumentation über einen Mann, der sich hinter einer Hornbrille versteckt, aber doch so viel Hingabe für seinen Hund zeigt. Und dieser Begleiter wird ihm vom Schicksal genommen. Muss gehen. Für immer. Und der Mann ist wieder alleine. Und braucht nun die Wärme der anderen. Die er aber jedoch sicher bekommt.