Blog / Framente

Das Projekt 140 Sekunden beschreibt die Entstehung von markanten Tweets, indem ihre Autoren portraitiert werden. So erhält man zudem ein paar spannende Eindrücke von Personen, deren Avatare täglich über die Timeline springen.

Glaube ich.

Sonnenlicht bricht in deinen Mundwinkeln. Zersplittert in Sekunden und regnet auf den nassen Grund. Mein Blick folgt den Scherben. Augenzucken. Wie lange du wohl schon dort stehst? Auf deinen Park herab blickst, der nach und nach sein Kleid verliert. Du hast mich nicht bemerkt. Glaube ich. 

Gelbe Blätter sammeln sich in meiner Kapuze. Rote meiden mich. Haben die Hoffnung aufgegeben. Zu oft habe ich sie in meiner Hand zerdrückt. Eben genau so wie die Zweige unserer Beziehung. Wollte zu viel. Gab zu wenig. Glaube ich. 

Spatzen vor deinen Füßen. Schauen neugierig empor. Du freundlich herab. Sie alle wollen bei dir verweilen. Manche gehen. Andere bleiben eine Weile. Ich war eines Tages geflohen. Hab meine weißen Nikes gebunden. Tür auf. Herz zu. Glaube ich. 

Die Schuhe glänzen nicht mehr. Tragen Schmutz, Scham und Einsamkeit in ihren Falten. Hab dich oft gesucht. Dich nicht gefunden. Mich verloren. In Dunkelheit und Händen anderer. Wurde geschubst, bin tief gefallen und nun gelandet. Glaube ich. 

Unbemerkt bin ich aufgestanden. Sonnenstrahlen kullern mir entgegen. Dein Duft in meiner Nase. Worte versammeln sich hinter meinen Lippen, die viel lieber deine verschließen wollen. Die Worte vernichten. Dafür etwas neues erschaffen. Mit dir. Glaube ich. 

Bilder vor meinen Augen. Blitze, die mich blinzeln lassen. Will nicht wegschauen. Sehe uns. Im lila Licht meiner Zuflucht. Unser Haus. Risse durchziehen die Wände. Wir haben uns alles gesagt. Zu viel gedacht. Zu wenig gemacht. Gefühlssperrmüll zwischen meinem und deinem Körper. Alle Schaufeln gebrochen. Herzmeister im Urlaub. Glaube ich. 

Berge zu tief. Ein Wir unerreichbar hoch. Steine treffen unsere Höhle. Der Boden bricht und meine graue Hülle stürzt zurück in ihren Ursprungsort. Augen auf. Zu spät. Ich rutsche auf den Scherben vor dir aus. Eine Hand greift nach dir. Die andere bleibt hängen. Im Gestern. Ein lauter Schrei. Zwei stumme Momente und drei Sekunden Augenkontakt. Ich sehe dich und erkenne mich. Abermals im Funkeln deiner viel zu großen Augen. “Darf ich…?” fragst du. “Willst du?” entgegne ich… Stillstand. Glaube ich. 

Ich liege immer noch. Nun bei dir im Schlafzimmer. Augen geschlossen. Herz geöffnet. Und du neben mir. “Hast du mich vermisst?” höre ich. Ja…

CRO, Maeckes, Marsimoto.

Da zieht man nach Hamburg - eine einstige Hip Hop Hochburg - und muss mit der Zeit feststellen, dass hier alle Elektro hören. Dafür ist Stuttgart fleißig und bringt immer wieder tolle Künstler auf die Bühne. Die Manx EP von Maeckes ist eine der besten Platten, die ich dieses Jahr hören durfte. Und nun kommt auch noch die “Zukunft von Deutsch-Rap” (Zitat des werten Jan Delays) aus dem Kessel: Cro

Update: Gerade gelesen, dass Cro aus Schwäbisch Gmünd kommt. Meiner Heimat. Fehlt nur noch, dass ich den jungen Herrn unter der Maske kenne ;)

Damit aber nicht genug: Marsimoto kommt mit neuem Album: Grüner Samt. Samy Deluxe und Casper haben dieses Jahr schon grandiose Platten veröffentlicht. Und auch die Aura von Kool Savas überzeugte mich. Ich freu mich, dass im Moment so viel gute Musik in meinen Ohren liegt. Hach.

QUOTE.fm

Draußen wird es kalt. Man verkriecht sich in einem gemütlichen Café auf der Schanze, stöbert durch das Internet und sucht nach spannenden Texten. Irgendwann ist der RSS-Reader leer gelesen und man braucht Nachschub. Diesen liefert QUOTE.fm - ein Startup aus der Hansestadt. Nutzer schlagen Lesetipps vor, indem sie interessante Stellen zitieren und nicht nur den Titel auf Twitter posten. Man kann Menschen folgen und vorgegebenen Themen seine Aufmerksamkeit schenken. Mehr nicht. Und genau das schätze ich an diesem Dienst. Er beschränkt sich auf den Inhalt. Und ist klasse an Instapaper angebunden - so dass man auch unterwegs in der Bahn Artikel lesen kann. :)

Blick durch eine von roten Säulen gesäumte Arkade auf einen beleuchteten Innenhof mit klassischer Architektur, wo eine Person sitzt und eine grüne Laterne von der Decke hängt.

Eigentlich sollte ich ja von Hamburg berichten. Meinem neuen Wohnort. Aber diesmal soll es um Wien gehen. Für zwei Tage konnte ich die Gassen erforschen, Sachertorte genießen, Ausstellungen besuchen… mich treiben lassen. Eine wunderschöne Stadt, die ich hoffentlich bald wieder besuche. Mein Tipp: Der siebte Bezirk entdecken. Kleine Läden betreten und staunen.