Andreas Spiegler

Schreiben. Stolpern. Schluckauf.

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Organised Love. Abschiednehmen. Essen als Religion.

Ein frohes neues Jahr und vielen Dank fĂŒr das tolle Feedback zu Folge 0 meines Podcast-Experiments 🎉 Los geht’s: Jede Woche möchte ich euch auf drei Dinge hinweisen, die mich bewegten. Mich zum Grinsen brachten. Etwas mit mir anstellten.

In dieser Folge geht es um organisierte Liebe. Um Abschiednehmen. Und Essen, das immer mehr zur Religion wird. Lasst mich gerne wissen, wie euch die Folge gefallen hat.

Viel Spaß beim Hören von Folge 1:

Shownotes

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Wenn ihr keine Folge verpassen wollt, dann folgt mir gerne ĂŒber die App Anchor – so könnt ihr mir auch Sprachnachrichten schicken, die ich in einer der kommenden Folgen aufgreifen werde. Alternativ findest du den Podcast auch bei SpotifyAppleGoogle oder per RSS.

Schreiben. Stolpern. Schluckauf.

Willkommen bei 3 Dinge. Dies ist ein Podcast-Experiment, das mir dabei helfen soll neue Themen zu entdecken und darĂŒber zu sprechen. Jede Woche teile ich drei Dinge, die mich begeisterten. Mich zum Staunen, Lachen oder Weinen brachten. Die es wert sind darĂŒber zu sprechen.

Dies wird kein professionell aufgezeichneter Podcast, sondern ein persönlicher Austausch. Eine Sprachnachricht zum Ende der Woche. Ihr werdet mich aufgeregt stottern hören und merken, dass mir die Worte „vielleicht“ und „irgendwie“ helfen um Pausen zu fĂŒllen. Lasst mich trotzdem wissen, was ihr von der Idee und deren Umsetzung haltet.

Der Podcast wurde komplett ĂŒber die App Anchor aufgezeichnet, mit dieser könnt ihr mir folgen und auch Sprachnachrichten an mich senden. Alternativ findest du den Podcast auch bei Spotify, Apple, Google oder per RSS. Alle Folgen sind im Archiv unter andreas-spiegler.de/3dinge.

In der Folge 0 soll es um mich gehen. Und drei Dinge, die ihr ĂŒber mich wissen solltet. Viel Spaß beim Hören. 👇

Shownotes

RĂŒckblick. 2018.

Blick ins GrĂŒne. Kindheitserinnerungen. Sitze in meinem alten Zimmer und schreibe Zeile fĂŒr Zeile. Hab hier schon so viele Gedanken versucht zu greifen und zu begreifen. Stolpere durch die Jahre. Höre alte Musik. Lese meine Gedichte und Kurzgeschichten. Setze alte Filme auf die Watchlist. Dieses Jahr war das Schnellste. Umso krĂ€ftiger drĂŒcke ich nun auf die Bremse. Versuche wieder meine Geschwindigkeit zu finden.

Wir haben unseren Rhythmus gefunden. Haben die eigenen vier WĂ€nde eingerichtet. Leseecke. Fotowand. Unsere Gesichter strahlen, wenn abends das TĂŒrschloss springt. Mussten aber auch raus. Ins GrĂŒne. Ans Meer. Zeige dir SĂŒddeutschland. Vom Schwarzwald an den Königssee. Wandern im Kleinwalsertal – wie vor 18 Jahren mit der Grundschule. Bin das erste Mal ĂŒber den großen Teich geflogen: Im Cable Car durch San Francisco – zwischen Armut und Yuppies. Oben ohne auf dem Highway 1. Beeindruckende Klippen und nicht enden wollende Sicht. Zocken am Santa Monica Pier und Rollern durch Los Angeles. Haben auf dem Dockville getanzt – bei strahlender Sonne. Arm in Arm unter BĂ€umen gelegen. Die beste Freundin im Brautkleid gefeiert. Den Spreewald im Kanu entdeckt und in Heiligenhafen dem Wind getrotzt. 

DĂŒstere Serien zogen mich in ihren Bann: 4 Blocks, Bad Banks und Beat. Leider wieder viel zu selten im Kino gewesen. DafĂŒr bei Three Billboards Outside Ebbing gelacht und bei Call Me By Your Name geweint. Und alles zusammen bei This is Us. UnzĂ€hlige Stunden mit Podcasts verbracht – aktueller Favorit: Hotel Matze. Bei der Musik hat sich nur wenig getan: Dexter, Juse Ju, Trettmann, Moop Mama, Materia und Casper. Solide Mischung – ein Grund weshalb ich mit last.fm wieder mehr Musik entdecken möchte. Überraschung: Fynn Kliemann.

Ein Zufall, der einiges verĂ€nderte: Eine Heftkritik bei brand eins. Apfelkuchen und Kakao. Nach zwei Jahren XING ging es zum Speersort. Dort verantworte ich das Produktmanagement. Spanne Beziehungsnetze und suche neue GefĂ€ĂŸe fĂŒr Geschichten. Daneben viel mit Blinkist gelernt und alle Gedanken zu Bear umgezogen. DafĂŒr kaum öffentlich geschrieben und viel zu selten meditiert. VorsĂ€tze, die ich erneut mitnehme. Außerde will ich mich wieder mehr dazu bringen neue Themen zu entdecken. Und diese zu teilen. Deshalb gibt es bald etwas auf die Ohren: 3 Dinge. đŸ˜‡

Doch jetzt wird es nochmal still. Tief durchatmen und grinsend auf das letzte Jahr zurĂŒckblicken. Ich wĂŒnsche euch wunderschöne Tage. 🎉

Make Time – Ein Framework um mehr Zeit zu gewinnen

Die Zeit rast. Goldgelbe BlĂ€tter im Innocentiapark. Vier Monate bei brand eins – mit motivierten Kollegen, spannenden Begegnungen und einem Stapel an Ideen. Der 31. Geburtstag kĂŒndigt sich an und erste SilvesterplĂ€ne werden geschmiedet. Der Kalender ist dicht und manchmal frage ich mich, ob es sich immer schon so anfĂŒhlte. So voll. 

Eine Woche in Heiligenhafen half dabei, die ganzen Gedanken zu ordnen und wieder etwas Ruhe in den Tag zu bekommen. Mit im GepĂ€ck hatte ich das Buch „Make Time“ von Jake Knapp und John Zeratsky. Beide haben Plattformen wie YouTube und Google Mail gebaut, auf denen zahlreiche Stunden Zeit verbracht werden – und beide wollen nun Zeit zurĂŒckgewinnen. Im Gegensatz zu anderen BĂŒchern aus dem Bereich ProduktivitĂ€t versuchen die beiden mehr Fokus auf wichtige Aufgaben zu setzen. Den Tag zu entschlacken und nicht noch mehr reinzupacken. HierfĂŒr haben sie ein Framework geschaffen, das dabei hilft Aufgaben („Busy Bandwagon“) und Zeitfresser („Infinity Pools“) zu bĂ€ndigen. Mehr Platz im Kalender und im Kopf zu haben. Die Kontrolle zu gewinnen.

Make Time Framework - Highlight, Laser, Energize und Reflect
Vier Schritte, die jeden Tag wiederholt werden

Ich bin ein großer Fan von Systemen und Struktur. Deswegen gefĂ€llt mir der Aufbau des Buchs, in dem vier Phasen beschrieben und insgesamt 78 unterstĂŒtzende Taktiken vorgestellt werden. Hier also eine kurze Zusammenfassung und eine Auswahl an Taktiken, die ich probieren will:

Highlight – Fokus setzen

Jeder Tag soll ein Highlight haben, auf das man stolz ist. Das dabei hilft zu priorisieren. Es hilft bewusst den Tag zu strukturieren, da es grĂ¶ĂŸer als eine einzelne Aufgabe ist und kleiner als ein weit-entferntes Ziel. Dabei kann ein Highlight die höchste PrioritĂ€t haben, die grĂ¶ĂŸte Zufriedenheit auslösen oder einfach am meisten Spaß machen.

  • Das Highlight sollte aufgeschrieben sein. Immer sichtbar. Ich werde ein Post-It nutzen, das am Bildschirm hĂ€ngt.
  • Man schafft Raum fĂŒr dieses Highlight. Ich werde dazu 60-90 Minuten im Kalender blocken. Direkt am Morgen.
  • Wenn neue Aufgaben entstehen, dann sollte man bewusste Entscheidungen treffen. Ist diese Aufgabe wichtiger als mein aktuelles Highlight? Wenn ja, Highlight anpassen. Wenn nein, dann bewusst Aufgaben absagen.
  • Eine ToDo-Liste zur MightDo-Liste werden lassen. Es muss nie alles gemacht werden, solange es nicht auf ein Highlight einzahlt. So verringert man den Druck.

Laser – Ablenkungen reduzieren

Es gibt so viele Dinge, die einen ablenken. Webseiten, Streamingdienste, Veranstaltungen und Sportarten. Alle möchten Aufmerksamkeit. Deswegen sollte man bewusst entscheiden, was einem wichtig ist.

  • Zeitfresser oder „Infinity Pools“ wie Facebook, Instagram oder Twitter deinstallieren. Oder Zeitlimits definieren. Ich habe an Wochentagen maximal 2 Minuten pro App erlaubt. Und es fĂŒhlt sich so gut an. An Wochenenden gönne ich mir mehr Zeit.
  • Armbanduhr tragen. Und schon schaut man weniger auf das Handy. Wird weniger abgelenkt.
  • Tagesnachrichten ignorieren. Damit habe ich schon vor langer Zeit begonnen. Ich höre einmal in der Woche die Lage der Nation und ĂŒberlege eine Wochenzeitung digital zu abonnieren.
  • Apps hinterfragen. Tun sie mir gut? Machen sie Spaß? Brauche ich sie? Und dann einfach mal aufrĂ€umen. 
  • Inbox Zero als separates Highlight. Nicht mehr jeden Tag versuchen auf alle Mails zu antworten, sondern nur auf Highlight-relevante Nachrichten reagieren. Alternativ eine feste Zeit fĂŒr Mails blocken und Notifications ausschalten, um konzentriert zu bleiben. Schwer fĂŒr mich, da ich ein großer Inbox Zero Fan bin.
  • Streaming kĂŒndigen und bewusst Filme/Serien ausleihen. Weiß nicht, wie ich das finde. Aber verstehe den Aspekt, dass man viel bewusster Entscheidungen treffen wĂŒrde. 
  • Auf Papier starten, bevor man in Tools versinkt. Diese konfiguriert. Schöner macht. Und vergisst zu arbeiten… Ja. Kenne ich.
  • Und ganz wichtig: Langeweile erlauben. Das finde ich sehr schwierig. Neige auch dazu, das Smartphone zu zĂŒcken. Ein Buch zu lesen. Und jede freie Minute zu fĂŒllen. đŸ€Ș

Energize – Akku aufladen

Um genug Kraft fĂŒr die tĂ€glichen Aufgaben und VerĂ€nderungen zu haben, sollte man sich eingestehen: Die Kraft muss auch irgendwoher gewonnen werden. 

  • Jeden Tag bewegen. Es geht nicht um Leistungssport, sondern um 20 Minuten Bewegung. Schnelles Spazieren. Schwimmen. Joggen. 
  • Kochen. Gesund essen. Sich Zeit fĂŒr die Zubereitung nehmen und dabei nicht wieder irgendetwas konsumieren (Podcasts, Serien, …)
  • Kopfhörer daheim lassen. Die Umwelt wahrnehmen. Im GrĂŒnen spazieren. Der Wald ist dein Freund đŸŒČ
  • Meditieren. Habe ich lange gemacht. Muss ich wieder beginnen, weil es wirklich hilft den Kopf frei zu bekommen. 
  • Mittagsschlaf am Wochenende. Wie Opa. Mit 30 darf man das.
  • Freundschaften. Beziehungen zu Menschen, die einem gut tun. Denen man gut tut. Und die einem neue AnstĂ¶ĂŸe geben.
  • Schon oft gehört – selten gemacht: Ein Schlafzimmer ohne GerĂ€te. Handy raus, Tablet raus. Nur BĂŒcher, Kissen und eine Decke.

Reflect – Ehrliche Beobachtung

Auch wenn diese Taktiken bei den Autoren halfen, heißt das nicht unbedingt, dass sie perfekt sind. Deshalb hilft eine Art Reflexion, bei der man die Auswirkungen hinterfragt. Tun mir die neuen Verhaltensweisen gut? Habe ich mehr Zeit fĂŒr schöne Dinge? Ein bisschen erinnert das an Design Thinking und agile Arbeitsmethoden. Man beobachtet sein Verhalten, trifft Annahmen, experiment und bewertet das Ergebnis.


Ich mochte das Buch sehr. Und habe mir viele Notizen gemacht. Werde nun Schritt fĂŒr Schritt einzelne Taktiken testen. Bewahren oder auch wieder verwerfen. Jedenfalls ist mir klar, dass ich aktiv mehr Zeit schaffen möchte. Auch wenn ich diese LĂŒcken dann mit „belanglosen“ Dingen wie Spazieren fĂŒlle. Mein Körper wird es mir danken. 😇

Auf der Seite zum Buch findet ihr weitere Informationen, Vorlagen und Tipps. Oder sprecht mich gerne an und ich erzÀhle euch mehr von meinen Erfahrungen. 

Hallo brand eins 👋

Mein Vater arbeitet im Mittelstand. So habe ich recht frĂŒh mitbekommen, was es alles braucht um ein Produkt zu entwickeln, zu vertreiben, zu verbessern. Unterschiedliche Rollen mĂŒssen zusammenarbeiten. Es braucht Partner. Sie tauschen ihr Wissen aus und entscheiden so direkt ĂŒber den Erfolg des Produkts. Wirtschaft wird durch die Menschen dahinter gestaltet. Sei es im Hobbykeller, per Videokonferenz oder im GroßraumbĂŒro. Und sie verĂ€ndert sich stĂ€ndig. Zwingt die Marktteilnehmer immer wieder alles zu hinterfragen. Ich bin selbst vom Web-Development zum UX-Design gewechselt. Hab das Terminal gegen Wireframes getauscht. Das Notizbuch plötzlich voller Post-Its. Im Flieger zwischen Hamburg und Wien. Einige Jahre spĂ€ter ging es ins Produktmanagement. Die Schnittstelle zwischen Redaktion und Technik. Debatten gestalten. Experten eine Stimme geben. Auch im Bewegtbild. Die letzten zwei Jahre bei XING waren ein Abenteuer, bei dem ich viel gelernt habe. Ich hatte ein tolles Team und großen Spaß mit all den unterschiedlichen Disziplinen zusammen zu arbeiten 🙏

Ihr habt aber vielleicht gemerkt, dass ich mich in letzter Zeit sehr viel mit Hektik beschĂ€ftigt habe. Wie verĂ€ndert sich meine Nutzung von Medien und wie konsumiere ich Inhalte? Wir werden befeuert mit Newslettern, Statusnachrichten und Notifications. Algorithmen entscheiden, was wir wissen sollten. Alles schreit nach Aufmerksamkeit – und ich ertappe mich selbst dabei, wie ich mich immer weniger auf einzelne Themen konzentrieren kann. Der Kopf springt stĂ€ndig. Das erschwert es neues Wissen aufzusaugen und in Ruhe die aufkommenden Gedanken ordnen zu können. Ich arbeite meine Listen ab und versuche hinterherzukommen. WĂŒrde gerne besser Themen im Ganzen verstehen. Mit Gleichgesinnten diskutieren. Neue AnstĂ¶ĂŸe bekommen. brand eins ist ein Magazin, das mir dabei immer geholfen hat. Was treibt Menschen an? Wie verĂ€ndert sich Wirtschaft? Was bewirken Niederlagen und wie finden wir wieder zu mehr Mut? Mit diesen Fragen möchte ich mich beschĂ€ftigen und dabei neue Wege finden, wie die entsprechenden Antworten konsumiert werden. Deshalb unterstĂŒtze ich das Team seit heute als Produkt- und Innovationsmanager. Gemeinsam wollen wir Wege finden, wie Wissen entsteht, vermittelt und geteilt werden kann. Wir wollen Lust auf Wirtschaft machen. Menschen miteinander ins GesprĂ€ch bringen.

Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe. Auf die Menschen, die ich treffen werde. Und die Erfahrungen, die ich gerne hier oder bei einem persönlichen GesprĂ€ch teilen möchte. Denn alles beginnt irgendwann mit zuhören. Mit einem Austausch und dem ersten Schritt. Los geht‘s đŸ’Ș