Andreas Spiegler

Schreiben. Stolpern. Schluckauf.

Archive (Seite 2 von 62)

Mit WeShare vollkommen elektrisch durch Hamburg

WeShare

Am 25. Februar haben sich lautlos 350 ID.3 des Herstellers VW in Hamburgs Straßen verteilt. Der Carsharing-Anbieter WeShare ermöglicht so flexibel und emissionsfrei die Stadt zu entdecken, denn die Autos sind alle elektrisch mit Ökostrom angetrieben – bis jetzt fand man nur vereinzelt E-Autos wie den BMW i3 bei den bekannten Anbietern. Im Laufe des Jahres sollen 800 Fahrzeuge zur VerfĂŒgung stehen.

Mieten statt besitzen

Das Prinzip kennen wir bereits: Ein eigenes Auto lohnt sich im Stadtkern nur noch fĂŒr wenige Menschen. Monatlich fallen einige direkte und versteckte Kosten an. Die Parkplatzsuche kann die Stimmung zum Feierabend ruinieren. Und niemand braucht Abgase und LĂ€rm eines Autos, das von einer Person gefahren wird. Ich selbst besitze ebenfalls kein Auto – fahre dafĂŒr E-Bike, Nahverkehr und leihe mir nur bei Bedarf ein Auto. Es gibt bereits einige Anbieter, die es mit ihren Apps total einfach machen: Auto reservieren, direkt losfahren und irgendwo im GeschĂ€ftsgebiet wieder abstellen. Bezahlt wird nach Fahrtzeit (Free NowSixt oder cambio) oder teilweise nach gefahrenen Kilometern (Miles).

Fahrzeug

Auf den ersten Blick weiß der VW ID.3 zu gefallen. Keine futuristischen Formen wie beim BMW i3 und trotzdem modern. Der Innenraum ist ĂŒbersichtlich und die indirekte Beleuchtung sorgt fĂŒr eine angenehme AtmosphĂ€re. Ansonsten ist alles recht rudimentĂ€r. Die VerarbeitungsqualitĂ€t ist okay und wird mit der Zeit sicher durch die MietvorgĂ€nge in Anspruch genommen. Das Entertainment-System hatte ich nur kurz ausprobiert. Es funktioniert und tut, was es soll. Das eigene Telefon lĂ€sst sich ebenfalls koppeln um Musik oder ordentliche Navigations-Apps zu nutzen.

WĂ€hrend der Fahrt liegt das Auto gut auf der Straße, die GerĂ€uschkulisse ist ruhig, der Wendekreis schön klein und die Übersetzung flĂŒssig. Die Beschleunigung ist völlig okay – laut Hersteller sind es 7,3 Sekunden auf 100km/h. Was in der Stadt völlig nichtssagend ist. Mir machte die Testfahrt in Hamburg Spaß.

Laut Hersteller liegt die Reichweite bei 425 Kilometern – in der App werden Akkuladungen fĂŒr 150 bis 250 Kilometer angezeigt. Die Fahrzeuge lassen sich ĂŒber Partnerschaften mit der Schwarz-Gruppe bei Lidl und Kaufland laden. Dies dauert 35 Minuten, wenn es schnell gehen soll.

Runden am Hafen (Quelle: WeShare)

Kosten

WeShare geht den gewohnten Weg und kostet 0,29€ pro Minute – egal ob fahrend oder parkend. Der Tagespreis liegt bei 58€ inkl. 100 Kilometer. Besonders ist das Angebot WeShare+. FĂŒr 9,90€ im Monat reduziert sich der Fahrpreis auf 0,19€ und ein Zwischenstop auf 0,05€ pro Minute. Auch der Tagespreis fĂ€llt auf 48€ bei 150 Kilometer. Es gibt auch hier einen Gratis-Monat.

GeschÀftsgebiet

Von Beginn an lassen sich die Autos relativ weit durch Hamburg fahren. Über 100 Quadratkilometer erstreckt sich das GeschĂ€ftsgebiet von Osdorf bis ins Marienthal. Der Flughafen schließt den Norden ab, im SĂŒden kommt man bis in die Hafen-City – leider nicht sĂŒdlich der Elbe.

Nachhaltigkeit und Fazit

Auf der Webseite wirbt der Anbieter mit „Nachhaltigkeit“ und dem Ziel, das Autofahren in Zeiten des Klimawandels zu verĂ€ndern. Ja, emissionsfreier Verkehr und Oköstrom sind gute Schritte. NatĂŒrlich ist das Prinzip Autofahren in der Stadt aber diskussionswĂŒrdig – bei Alternativen wie dem Fahrrad. Aber jeder Schritt in Richtung VerĂ€nderung ist wichtig. Deshalb freuen wir uns, dass es einen neuen Carsharing-Anbieter in Hamburg gibt.


Dieser Artikel erschien auf lautlos.hamburg

Moofer schaltet versteckte VanMoof-Funktionen frei

Hiroshi Kimura | Unsplash

Neben der MotorunterstĂŒtzung schĂ€tze ich die technischen Features beim VanMoof S3. Über die App können verschiedene UnterstĂŒtzungsstufen ausgewĂ€hlt und die Schaltmomente verĂ€ndert werden.  Das reicht aber nicht allen Fahrerinnen und Fahrern – und so veröffentlichte ein NiederlĂ€nder die App Moofer, die versteckte Funktionen freischaltet und das Fahren noch angenehmer gestalten soll.

Hinweis / Disclaimer

Die App nutzt Schnittstellen, die eigentlich nur fĂŒr Entwicklerinnen und Entwickler bereitstehen. So können Änderungen an der Konfiguration vorgenommen werden. VanMoof rĂ€t von der Nutzung ab, da die Leistung der Komponenten (Akku, Motor, Schaltung) beeinflusst wird. Außerdem darf auf einem VanMoof (wie auch jedem anderen E-Bike) nicht schneller als 25km/h auf öffentlichen Straßen gefahren werden.

Funktionsumfang

Auf Reddit meldete sich der Entwickler zu Beginn des Jahres und stellte eine Beta-Version der App Moofer vor. Seitdem gab es bereits einige Updates, die spannende Anpassungen erlauben:

  • Smart Speed kontrolliert die MotorunterstĂŒtzung auf Basis der Durchschnittsgeschwindigkeit. So soll die Fahrweise interpretiert werden, um den manuellen Wechsel der UnterstĂŒtzung zu verhindern.
  • Es lĂ€sst sich eine fĂŒnfte UnterstĂŒtzungsstufe aktivieren, die dem Boost-Button entspricht. Also durchgehend auf voller Leistung beschleunigt – was Spaß macht, aber auch ordentlich den Akku und Motor beansprucht.
  • Es lassen sich Änderungen an der Regionseinstellung vornehmen. Dies wurde erst vor wenigen Monaten durch VanMoof verhindert, da ein E-Bike in Deutschland nicht mehr als 25km/h fahren darf – und auch keine entsprechende Option in der App zugĂ€nglich sein darf. Mit Moofer lĂ€sst sich der Motor auf bis zu 37km/h beschleunigen. Somit erlischt aber auch die Straßenzulassung.
  • Das VanMoof S3 hat eine Automatikschaltung, die nicht immer das tut, was sie soll. Über die App lĂ€sst sich das manuelle Schalten aktivieren. Über die Buttons am Lenker kann dann hoch- und runtergeschaltet werden.
  • Außerdem sind auch alle bekannten Funktionen (Sounds, Licht, etc.) der VanMoof App zugĂ€nglich.

Geplante Funktionen

Damit aber nicht genug. Der Entwickler plant noch weitere Funktionen, die den Fahrspaß steigern sollen. Die UnterstĂŒtzung soll dynamisch ĂŒber KI-Algorithmen angepasst werden. Der Lautsprecher soll fĂŒr eine Navigation genutzt werden können. Und die App soll ĂŒber GPS Strecken aufzeichnen.

Fazit

Ich finde es spannend, wie immer wieder Wege gesucht werden, um alle Funktionen von Gadgets zugĂ€nglich zu machen. Was beim iPhone schon immer ein Wettlauf zwischen Entwickler und Apple war (Jailbreak), könnte hier auch passieren. Denn VanMoof hat sicher GrĂŒnde, weshalb die Funktionen momentan nicht öffentlich zugĂ€nglich sind.

Viel kritischer sehe ich die Gefahr fĂŒr Fahrerinnen, Fahrer und deren Umfeld. Es hat einen Grund, dass 25km/h das Limit in Deutschland ist. Wenige Radwege, rĂŒcksichtslose Verkehrsteilnehmer und die Gefahr der SelbstĂŒberschĂ€tzung. Mit 37km/h durch StĂ€dte zu fahren, kann schnell ĂŒbel enden.

Somit bewegt sich die App Moofer in einer rechtliche Grauzone, die aber gut aufzeigt, was Fans wollen: Immer wieder neue Funktionen. Jetzt auch bei E-Bikes.

Die App gibt es im Apple App Store und im Google Play Store. Sie kostet 5,50€.


Dieser Artikel erschien auf lautlos.hamburg

Menschen brauchen Gemeinschaften

Wie Medienmarken geschĂŒtzte RĂ€ume gestalten können

Als wir zu Beginn der Corona-Pandemie mit den Nutzerinnen und Nutzern von brand eins sprachen, lernte ich von einem wachsenden Wunsch: Die Suche nach Gleichgesinnten und geschĂŒtzten RĂ€umen. In einer solchen Krise braucht es weniger neue Inhalte und Formate, sondern mehr Dialog. Eine Gemeinschaft, die moderiert miteinander wĂ€chst.

Und so begann ich mich damit zu beschĂ€ftigen, wie Medienmarken geschĂŒtzte RĂ€ume gestalten können.

Dieser Artikel sammelt Gedanken und Beispiele, die ich bei meinem Impulsvortrag fĂŒr nextMedia.Live vorgestellt habe.

Weiterlesen

Fragmente 📓 Januar 2021

MĂ€h. Es nervt, auch wenn es sein muss. Die Wochen ziehen an mir vorbei. Draußen ist es die meiste Zeit grau. Und ich vermisse es mit Freunden zusammen zu sein. Restaurants auszuprobieren. Andere LĂ€nder mit Svenja erkunden. Mit Kollegen in einem Raum zu arbeiten. Aber hilft ja nichts. Bis es wieder ins BĂŒro geht, schaue ich mir einfach diese tollen Bilder an – sie wurden von POPO aus Bremen gemacht, die brand eins beim Umzug unterstĂŒtzen. Jetzt ist es bald ein Jahr her, seitdem die Flure voll und KonferenzrĂ€ume laut waren. đŸ˜·


Irgendwann im letzten Jahr begann ich wieder mit dem Tagebuchschreiben. Wollte rausfinden, wie sich meine Stimmung entwickelt. Was die Pandemie mit mir macht. Wie sich die Arbeit auf meinen Schlaf auswirkt. Oder welche kleinen Momente man erleben durfte. FrĂŒher waren es NotizbĂŒcher – heute ist es die App Day One. Sie erlaubt das Aufzeichnen von Textfetzen, Sprachnachrichten und Bildern. Nebenbei werden aber auch Metainformationen gespeichert – wie dasWetter oder der Ort. Dienste wie Instagram können angebunden werden. Und die App erinnert mich, was vor einigen Jahren so passiert ist. Ich mag das, weil man so ein GefĂŒhl fĂŒr Phasen bekommt. Manchmal kommt es mir vor, als sei alles doof. Seit langer Zeit. Und dann sehe ich, dass es mir vor wenigen Tagen noch gut ging. Erkenne, wie glĂŒcklich mich kleine AusflĂŒge in die Natur machen. Wie wichtig gutes Essen und Spazieren ist. Und dass ich weiterhin weniger in Streams rumhĂ€ngen sollte. 📔


Entweder es gibt momentan nur wenig gute Serien oder die Mediatheken sind leergeschaut. Bei mir hat sich ein GefĂŒhl von SĂ€ttigung eingestellt. Apple TV+ und Disney Plus laufen in diesen Tagen aus – werden nicht verlĂ€ngert. DafĂŒr höre ich wieder mehr HörbĂŒcher. Seit ein paar Tagen bei BookBeat. Mag die App, die intuitiv ist und das tut, was sie soll. Die Auswahl ist gut – auch wenn mir einige BĂŒcher fehlen, ist die Warteschlange lang. Gerade höre ich Utopien fĂŒr Realisten, Die KĂ€nguru-Chroniken und Bilder deiner großen Liebe. Irgendwie erinnert mich viel an die Kindheit, wo ich Benjamin BlĂŒmchen Kassetten mit mir durch die Jahre trug. Auf dem Sofa liegen, spazieren, kochen oder putzen – alles möglich. Und dabei gute Geschichten hören. 🎧


Geschichten können nicht nur Einzelpersonen mitreißen, sie helfen auch Menschen miteinander zu verbinden. Über sie werden ErzĂ€hlungen weitergetragen, Werte kommuniziert. Im letzten Jahr habe ich in NutzergesprĂ€chen gelernt, wie sehr sich gerade alle nach Gemeinschaften sehnen. Sie möchten nicht alleine sein, wenn Ungewissheit und Unsicherheit tĂ€gliche Begleiter sind. Seitdem beschĂ€ftigt mich das Thema. Denke ĂŒber mögliche Produkte nach, aber lese auch viel ĂŒber die Merkmale guter Gemeinschaften. Im Rahmen einer Veranstaltung spreche ich demnĂ€chst darĂŒber – erste Gedanken wurden bereits bei nextMedia.Hamburg aufgegriffen, noch mehr folgt an dieser Stelle in den kommenden Wochen.

Ich glaube fest daran, dass man Gedanken und Erfahrungen teilen muss. Deswegen schreib ich diesen Blog. Deswegen mag ich die Arbeit in Teams. Empathie entsteht nur durch einen Perspektivenwechsel. Deshalb bin ich auch sehr glĂŒcklich, dass ich beim nextMedia.Beirat teilnehmen darf und mit 30 Akteur:innen ĂŒber ein Hamburger Innovationsökosystem nachdenken kann. 🙏


Zum Schluss noch eine Prise Selbsterkenntnis: Ja, auch ich ertappe mich manchmal dabei, wie ich romantische Szenen in Filmen sehe und denke: Hach. Blindes VerstĂ€ndnis. Bedingungslose Liebe. Totale Ehrlichkeit. Und im selben Moment erkenne ich, wie fern dieses Bild dann doch von der RealitĂ€t ist. Wie komplex ich bin und wie selten ich verstehe, warum ich Dinge tue wie ich sie tue. Wie soll jemand anderes da durchblicken? Immer die richtige Antwort haben? Und wie kann ich erwarten, dass es so einfach ist – dieses komplexe Konstrukt Liebe? Alain de Botton beschĂ€ftigt sich deutlich wortgewandter als ich mit der Frage, weshalb Romantiker die Liebe ruinieren. Und was eine gute Beziehung ausmacht. 💛


Es ist eben alles nicht so einfach. Und das ist okay. Wir alle probieren rum. Verstehen tĂ€glich ein bisschen mehr. Machen Fehler. Tun uns weh. Entschuldigen uns. Sprechen darĂŒber. Gehen gemeinsam weiter.

Darum geht es. Habt einen schönen Februar đŸ€—

RĂŒckblick. 2020.

„Ein Jahr voller GegensĂ€tze liegt hinter mir. Vollgas. Vollbremsung. Lachen. Weinen. Tanzen. Springen. Schubsen.“ – so endete 2019. Und diesmal war wieder alles anders. Ungewohnt und schmerzhaft. Denn 2020 zeigte uns auf brutale Weise, wie zerbrechlich alles ist. Wie zerbrechlich unsere „NormalitĂ€t“ ist. Ein unfassbar anstrengendes Jahr. Dominiert von einer Pandemie, die uns alle ans Limit brachte. Unsicherheiten und Ängste in allen Schichten. Habe MitgefĂŒhl mit Hinterbliebenen, die oft ohne Abschied Abschied nehmen mussten. Tiefen Respekt vor Ärztinnen und Ärzten, den PflegekrĂ€ften und Angestellten in Altersheimen, Hilfsorganisationen, KrankenhĂ€usern. Und nein, auf dem Balkon stehen und klatschen reicht nicht aus. Habe Mitleid mit Menschen, die unter den EinschrĂ€nkungen leiden: Einsame Menschen, kranke Menschen, zurĂŒckgelassene Menschen, mittellose Menschen. Habe kein Mitleid mit GroßaktionĂ€ren, deren Dividenden jetzt der Staat zahlt – dafĂŒr aber Klimapolitik und Infrastruktur vernachlĂ€ssigt. Habe VerstĂ€ndnis fĂŒr Ängste und Sorgen. Habe kein VerstĂ€ndnis fĂŒr Verschwörungstheorien, Ignoranz, Hetze und Hass. Egal, ob gegen den Staat oder einzelne Menschen. Werde mir tĂ€glich mehr bewusst, dass Rassismus ein strukturelles Problem ist. Wie mĂ€chtig und verletzend Sprache sein kann. Wie eingeschrĂ€nkt der eigene Blick ist. Meist erblickt er nicht einmal das GegenĂŒber.

Ich habe großes GlĂŒck enorme Privilegien. Niemand aus dem Freundeskreis oder der Familie verloren. Zögerliche Umarmungen. Irgendwann nur noch ein Winken aus der Ferne. Ausgedehnte SpaziergĂ€nge und Telefonate. Nein, ein Zoom-Meeting ersetzt keine BerĂŒhrung. Dennoch froh, dass es Alternativen gab. Froh ĂŒber einen Job, der von ĂŒberall machbar ist. Über Hobbys, die an keinen festen Ort gebunden sind. Konnte meine GefĂŒhle offen teilen und in geschĂŒtzten RĂ€umen hinterfragen. Merke fĂŒr mich, wie entscheidend Orte sind. Orte, an denen man unverstellt sein kann. Habe versucht, weniger Zeit in den Streams zu verbringen. Sie dafĂŒr mit mir selbst zu verbringen. Mit dem Fahrrad lautlos durch Hamburg. Durchatmen. Geschehen lassen.

Durchatmen. Draußen.

Es war ein Jahr der kleinen Schritte. Sprichwörtlich. War nur einmal kurz in Österreich. Ansonsten viel in den eigenen vier WĂ€nden. Hab Hamburg erkundet. Und ein bisschen Bergluft geschnuppert. Chiemgauer Alpen. Harz. War kein einziges Mal in der Heimat. Nur einmal am Meer. Vier Bilder auf Instagram. Aber ist das schlimm? Vermisse ich etwas? Braucht es große Reisen? Hab noch keine Antwort gefunden. Nicht schlimm Es wird noch eine Weile dauern, bis ich das nĂ€chste Flugzeug betrete. Umso mehr freue ich mich auf Freunde in Berlin, Potsdam, Kiel, Stuttgart oder Wustenriet.

Wandern in den Chiemgauer Alpen

Was frĂŒher Last.fm machte, geschieht nun automatisch am Jahresende durch Spotify. Ein RĂŒckblick auf das musikalische Jahr – wieder ohne große Überraschungen. Hip Hop und Pop haben mich begleitet. DafĂŒr deutlich seltener, weil die Bahnfahrten weggefallen sind. Insgesamt 278 Stunden streamte ich KĂŒnstler wie Fatoni, Dexter oder Bosse. Aber auch Fynn Kliemann – mit dem ich mich mittlerweile deutlich seltener vergleiche. Mich ĂŒberraschten Run The Jewels und Yassin mit seinem Unplugged-Album.

Vielleicht liegt es an diesem Jahr, dass nur wenige Serien und Filme hĂ€ngen geblieben sind – obwohl man gefĂŒhlt viel Zeit mit Netflix und Co. verbrachte. Alles zog vorbei. Eine gewisse MĂŒdigkeit setzte ein. Überzeugen konnten mich die Kurzserien Liebe und Anarchie und Das Damengambit. Aber auch die zweite Staffel von After LifeTed Lasso und The Morning Show taten auch gut. The Last Dance erinnerte mich an meine Jugend – 21 spielen und das Michael Jordan Poster an der Wand.

Was ich momentan am meisten vermisse sind Abende mit Freunden, Restaurants, CafĂ©s und Kinos. Einmal hab ich es ins Savoy geschafft. Parasite – ein doch sehr verrĂŒckter, aber auch guter Film gesehen. Daneben nur Streams. Hamilton war toll. Und Soul zum Ende des Jahres berĂŒhrend.

Ansonsten war es das Jahr der Podcasts. Erneut. Ich verbrachte Stunden im Hotel Matze, hab Deutschland3000 und die Lage der Nation verfolgt. Apokalypse & Filterkaffee und Baywatch Berlin brachten mich zum Lachen.

RĂŒckzug

FĂŒr 2020 hatte ich mir vorgenommen ehrlicher zu sein. Zu mir und auch zu anderen. Ohne diese Ehrlichkeit hĂ€tte ich das Jahr auch nicht so gut ĂŒberstanden. War verunsichert wie viele andere auch. Musste Gewohntes aufgeben, damit andere geschĂŒtzt werden. Sich selbst zurĂŒcknehmen – und gleichzeitig beobachten mĂŒssen, wie sich ganz viele in den Mittelpunkt der Erde rĂŒckten. Schaue optimistisch auf das kommende Jahr. Der Impfstoff kommt. Trump geht. Spannend wird die Frage, ob die Polarisierung weitergeht. Immer extreme Meinungen. Immer weniger VerstĂ€ndnis.

DarĂŒber reden ist ein Anfang. Miteinander reden sollte das Ziel sein. Versuche mich darin. Und lasse 2021 auf mich zukommen. ✌